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Düsseldorf
Sicherheitskräfte sollen Fahrgäste geschlagen haben

Düsseldorf. Schwere Vorwürfe gegen sechs Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes prüft am Montag das Amtsgericht. In Uniform sollen die Männer (27 bis 50 Jahre alt) im Oktober 2013 in einem U-Bahnhof mindestens drei Fahrgäste misshandelt, geschlagen, getreten und teils erheblich verletzt haben.

Die Anklage geht von gemeinschaftlicher schwerer Körperverletzung aus.

Die Einsatzkräfte sollten damals im U-Bahnhof eigentlich für die Einhaltung der Hausordnung sorgen und sich um die Sicherheit der Reisenden kümmern. Die Anklage spricht jetzt aber davon, dass das Sextett "in Verkennung dieser Aufgaben und Überschreitung der Befugnisse" wüst um sich geprügelt und eine Gruppe von Fahrgästen attackiert und verletzt habe. Einem 35-jährigen Wachmann wird dabei eine Hauptrolle zugesprochen. Erst soll er einem Fahrgast aus Essen gegen 22.50 Uhr mit einem Schlag niedergestreckt haben, der dann von weiteren Angeklagten verprügelt worden sei. Der 35-Jährige soll sich danach auf die Schläfe des Verletzten gekniet haben, damit seine Kollegen weiter auf den wehrlosen Fahrgast einschlagen und eintreten konnten, so die Anklage weiter. Als Teil ihrer Sicherheitsausrüstung hätten die Angeklagten dabei festes Schuhwerk getragen.

Als zwei andere Reisende (aus Mülheim und Duisburg) dem Verletzten zu Hilfe kommen wollten, sollen auch jene beiden Helfer von den Angeklagten direkt angegriffen und massiv misshandelt worden sein. Beide wurden angeblich ebenfalls zu Boden gebracht, mit Fäusten und Kniestößen traktiert, getreten und mit Gewalt auf den Boden gedrückt. Einer der Helfer soll dabei von einem Angeklagten durch Fausthiebe ins Gesicht und durch Tritte in den Bauch verletzt worden sein. Nach weiteren Zeugenaussagen und der Auswertung von Videoaufnahmen jener Szenen aus dem U-Bahnhof soll keiner der drei Fahrgäste irgendeine Art von Widerstand gegen die sechs Wachmänner geleistet haben. Dabei gingen laut Anklage immer mindestens zwei der Angeklagten gemeinsam gegen einen Fahrgast vor. Einer der Fahrgäste trug multiple Kopfprellungen, Schürfwunden, Hämatome am ganzen Körper und Striemen am Rücken davon, seine beiden Helfer erlitten Verletzungen an den Armen sowie ebenfalls mehrere Kopfverletzungen.

Der Prozess beginnt heute um 12.10 Uhr im Amtsgerichtsaal E.115.

(wuk)
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