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Düsseldorf
Sie trägt die Liebe zu Düsseldorf unter der Haut

Düsseldorf: Sie trägt die Liebe zu Düsseldorf unter der Haut
Ist in Düsseldorf verliebt: Yvonne Das (37) mit ihren Kindern Sachin Maurice (8, l.) und Riya Celine (5). FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Yvonne Das hat sich ein Tattoo mit dem Düsseldorfer Stadtwappen stechen lassen. Von Jörg Janssen

Seemänner schätzen es. Briten für gewöhnlich auch. Meist drückt es Sehnsüchte aus. Oder eine Anhängerschaft. Oder noch mehr als das. Eine Zuneigung, die nie enden soll. Ein ultimativer, weil unumkehrbarer Liebesbeweis. Nicht auszuradieren, selbst wenn große Gefühle längst erloschen sind. "Ich wollte was von Düsseldorf haben, das man mir nicht mehr nehmen kann", sagt Yvonne Das. Vorsichtig beugt sich die blonde Frau nach vorne und zieht das Bein ihrer petrolfarbenen Drei-Viertel-Hose noch ein klein wenig höher. Dort, knapp oberhalb des Sockenbundes, prangt es: ein in schlichtem Schwarz gestochenes Tattoo mit Düsseldorfs Stadtwappen. Gut zu erkennen: der Bergische Löwe, der frech seine Zunge herausstreckt. "Da hab ich mich streng ans Original gehalten." Mit seinen Tatzen hält er den Anker. Der entspricht nicht ganz dem Original. Hier war Yvonne Das (der seltene Name geht auf ihren aus Indien stammenden Ex-Mann zurück) kreativ. "Ich habe ihn ergänzt: um ein Herz mit einem ,D' drin."

Düsseldorf geht unter die Haut: der Bergische Löwe mit Anker und Herz. FOTO: Bretz, Andreas (abr)

Ein gutes Jahr ist das jetzt her. Kurz zuvor hatte sich die zweifache Mutter von ihrem Mann getrennt. Guido, ihren neuen Lebensgefährten, kannte sie noch nicht. Eine kurze Single-Phase, die Raum ließ für Liebesbeweise jenseits des bisweilen komplizierten Gefühlsdschungels im Miteinander von Mann und Frau. Dass ausgerechnet der Bergische Löwe einmal auf ihrem Bein landen würde, war der 37-Jährigen nicht in die Wiege gelegt. Denn Yvonne Das ist kein "Mädche vum Rhing". Sie stammt aus einem kleinen Flecken. Der heißt Lohfeld und gehört zum ostwestfälischen Porta Westfalica. "Schon als Kind mochte ich das Dorfleben nicht. Später wurde es mir rasch zu eng."

Nach Düsseldorf kam die fröhliche Frau erstmals 2001. Wegen eines Bewerbungsgesprächs. "Die Arbeit bekam ich nicht, dafür lernte ich Düsseldorf kennen", erinnert sie sich. Damals noch ohne Tattoo, ging sie ans Rheinufer, zum Schlossturm, schaute auf den Rhein und war erst einmal überrascht. So viel Schiffsverkehr hatte sie auf einem Fluss nicht erwartet. Und dann machte es Klick. "Vom Anblick der Skyline war ich fasziniert und dachte nur: Wow, was für eine Stadt. Tatsächlich hatte ich mich gleich verliebt - in eine Stadt", erinnert sie sich.

Ein folgenreiches Gefühl. Die Mittzwanzigerin, damals alleinstehend in Hannover lebend, drückte auf ihre ganz persönliche Reset-Taste, kündigte ihren Job und kam an den Rhein. "Ich hatte weder Freunde noch Familie hier, am Anfang war ich oft allein." Lange blieb das nicht so. Die 37-Jährige ist ein quirliger Typ, öffnet sich schnell. Rasch hatte sie Freunde, lernte etwas später ihren ersten Mann kennen. Sohn Sachin Maurice (8) kam 2006 in Duisburg auf die Welt. "Wir wohnten in Wittlaer, aber damals war Düsseldorf als Geburtsort meines Sohnes noch kein ,Must-have'. Wir wählten das Huckinger Krankenhaus in Duisburg als Geburtsklinik."

Heute würde die Wahl-Ratherin das nicht mehr so machen. Und dafür ist ausgerechnet ein berufsbedingtes Intermezzo in ihrer alten Heimat verantwortlich. "Wir zogen damals nach Bielefeld und ich dachte: Das kennst du ja, da kommst du klar." Doch es kam anders. "Nach Jahren im Rheinland fremdelte ich mit der verschlosseneren, irgendwie förmlicheren und vor allem auch humorloseren Mentalität", erinnert Yvonne Das sich. Als sie auf der Hochzeit ihrer Schwester im Stile Mario Barths freche Sprüche über Männer darbot, starrte sie in 50 entsetzte Augenpaare. "Niemand lachte. Das Ganze war ultra-peinlich. Dabei hatte ich das vor meinen Düsseldorfer Freundinnen zuvor geprobt. Und die hatten Tränen gelacht." Kurz darauf packte die Ostwestfälin wieder ihre Koffer, zog mitsamt Ehemann, Sohn und der inzwischen geborenen Tochter Riya Celine zurück an den Rhein. Inzwischen ist sie bei den Unterrather Funken, teilt mit ihrem Lebensgefährten Guido die Leidenschaft für den Karneval. Das Tattoo geht für den Neusser in Ordnung. "Einen Mann, der damit nicht klar kommt, wäre eh der Falsche", sagt Das. In sechs Wochen zieht die Patchwork-Familie erneut um. "Aber bloß nach Kaarst. Guido und ich werden Eltern und eine bezahlbare Fünf-Zimmer-Wohnung haben wir in Düsseldorf leider nicht gefunden." Weiter weg will sie aber auf keinen Fall. "Düsseldorf - das ist nunmal eine Liebe, die unter die Haut geht", sagt die Frau mit dem Tattoo.

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Quelle: RP
 
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