| 00.00 Uhr

Silvester in Düsseldorf
Polizei ist gegen Feuerwerk am Burgplatz

Januar 2014: Böller und Raketen verdrecken noch Düsseldorfer Straßen
Januar 2014: Böller und Raketen verdrecken noch Düsseldorfer Straßen FOTO: Methling/ RPO
Düsseldorf. Die Sicherheitsbehörden haben über ein Verbot der Silvesterknallerei noch nicht entschieden. Innenminister Ralf Jäger diskutierte gestern mit Stadt, Polizei und Justiz auch über die Ausweitung der Videobeobachtung in der Altstadt. Von Stefani Geilhausen

Acht Wochen vor Silvester laufen bei Polizei und Stadt die Vorbereitungen auf Hochtouren. "Wir werden uns so aufstellen, dass man dieses Jahr gefahrlos in Düsseldorf Silvester feiern kann", sagte Polizeipräsident Norbert Wesseler gestern im Anschluss an die turnusmäßige Sicherheitskonferenz, zu der er sich mit Oberbürgermeister Thomas Geisel, Vertretern der Justiz und der Bundespolizei getroffen hatte.

1000 Beamte sollen dafür sorgen, dass sich Silvester 2015 nicht wiederholt

Mehr als 100 Frauen hatten im Januar sexuelle Übergriffe angezeigt, die sie in der Neujahrsnacht in der Altstadt erlebt hatten. Das soll sich nicht wiederholen. Innenminister Ralf Jäger (SPD), der erstmals an der Düsseldorfer Sicherheitskonferenz teilnahm, sicherte der Polizei Verstärkung zu. Allein in Köln, wo der Jahreswechsel mit massenhaften Übergriffen geendet hatte, sollen 1000 Beamte verhindern, dass Gruppen von Straftätern Frauen begrapschen und bestehlen. "Köln steht zwar im Fokus, aber natürlich wird gewährleistet, dass auch in Düsseldorf ausreichend Polizisten im Einsatz sein werden", sagte Jäger.

Während die Polizei ihrer Aufgabe nachkomme, Straftaten zu verhindern und zu verfolgen, werde der städtische Ordnungs- und Servicedienst "ihr den Rücken freihalten", versprach OB Geisel. Der OSD werde beispielsweise das Verkehrskonzept durchsetzen.

Die Ereignisse rund um die Silvesternacht in Köln FOTO: dpa, obe kno

Böllerverbot auf dem Burgplatz - auch an Silvester?

Diskutiert wird noch über eine Anregung, die nach Informationen unserer Redaktion von der Polizei gekommen ist: Dort möchte man am liebsten das Abbrennen von Feuerwerk auf dem Burgplatz verbieten, das mit von Jahr zu Jahr wachsender Gewaltbereitschaft und Rücksichtslosigkeit erhebliches Gefahrenpotenzial berge. "Es gibt da einiges an Für und Wider", sagte Wesseler. So sei etwa die Frage der Umsetzung eines Verbots noch nicht geklärt. Während bei der Feuerwehr, wo seit einigen Jahren bereits an Silvester Helmpflicht auch für die Sanitäter gilt, das Böllerverbot durchaus positiv gesehen wird, ist man im Ordnungsamt skeptisch. Man prüfe den Vorstoß, sei aber noch in der Feinabstimmung, heißt es aus dem Rathaus.

Einigkeit über Videoüberwachung und Sicherheitskonzept bei der Tour de France

Über diese Phase hinaus ist die Polizei bei der Videoüberwachung, deren Ausweitung ebenfalls in Folge der Silvesterübergriffe geprüft wurde. Mit fünf neuen Kameras soll die Altstadtwache Burgplatz und Kurze Straße im Auge behalten. Sollten sie bis Silvester noch nicht installiert sein, bemühe man sich um eine mobile Videoeinheit, wie sie bereits im Straßenkarneval eingesetzt war, kündigte Wesseler mit einem fragenden Seitenblick auf den Minister an, der zumindest wohlwollend nickte. Der OB sicherte zu, dass die Stadt in jedem Fall für die nötige Ausleuchtung sorgen werde.

Fotos der Silvesterpartys 2015/2016 FOTO: Tonight

Der Innenminister, der auch die Sicherheitskonferenzen anderer Städte schon besucht hat, war von den offenen Gesprächen der Düsseldorfer Runde angetan: Sie garantierten eine gute Zusammenarbeit der Behörden, und nur wenn die funktioniere, könne Sicherheit gewährleistet werden, sagte Jäger.

Das soll übrigens auch beim Tour de France Start so sein, der gestern ebenfalls Thema war. "Wir arbeiten gemeinsam am Sicherheitskonzept für das große Event", sagte Geisel. "Alles läuft nach Plan."

Quelle: RP
 
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Silvester 2016 in Düsseldorf: Polizei gegen Feuerwerk am Burgplatz


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.