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Düsseldorf
Silvester-Prozess scheitert an Übersetzerin

Düsseldorf. Wegen Zweifeln an der Arbeit einer Übersetzerin für die bengalische Sprache ist am Donnerstag ein Prozess beim Amtsgericht um Silvesterübergriffe in der Altstadt vertagt worden.

Ein 30-Jähriger aus Bangladesch soll beteuert haben, er habe Silvester an der Bolkerstraße mit vier Landsleuten weder drei junge Frauen (18 bis 20 Jahre) eingekesselt noch die Opfer am Oberkörper oder im Schritt angefasst oder gar versucht, einer der Frauen die Handtasche zu rauben. Doch ob diese Übersetzung der Dolmetscherin wirklich seinem Wortlaut entsprach, blieb unklar.

Die Richter und die Anwältin des Angeklagten misstrauten ihrer Übersetzung. Sprach der Angeklagte lange Sätze, war die Übertragung der Dolmetscherin ins Deutsche oft nur kurz. Namen von angeblichen Zeugen des Angeklagten ließ sie weg. Bis dem Richter nach etlichen Ermahnungen der Kragen platzte: "Jetzt reicht's!" Da eine andere Expertin für die bengalische Sprache gestern aber kurzfristig nicht einspringen konnte, wurde der Prozess vertagt auf den 29. Juni. Ob die kritisierte Dolmetscherin jetzt die Kosten von mindestens 1500 Euro für den gestrigen, vergeblichen Prozesstag übernehmen muss, wird noch geprüft.

(wuk)
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