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Düsseldorf
Skaterpark in Eller kommt viel später

Düsseldorf: Skaterpark in Eller kommt viel später
An der Heidelbergerstraße sollte eigentlich noch in diesem Jahr der mit 3800 Quadratmetern größte Skaterpark Deutschlands eröffnen. FOTO: Stadt; Foto: dpa
Düsseldorf. Die Anlage in Eller sollte in diesem Sommer fertig sein, nach Informationen unserer Redaktion ist in diesem Jahr nicht einmal mehr mit dem Beginn der Arbeiten zu rechnen. Von Torsten Thissen

Eine alte Matratze, Autoreifen und regelmäßig ein bisschen Hausmüll, der dazu kommt. Ab und an verbringen Handwerker in ihren Autos ihre Mittagspause hier, die meiste Zeit aber ist der Platz, an dem Düsseldorfs größte Skateanlage entstehen soll, menschenleer. "Für uns ist das ein großes Ärgernis", sagt Bezirksbürgermeister Gerwald van Leyen (CDU). Er hat auch schon Briefe an die Verwaltung geschrieben, in denen er darum bat, aufgeklärt zu werden, wie und wann es mit dem Skaterpark denn nun weitergeht. Van Leyen ist frustriert.

"Mit einer Größe von 3800 Quadratmetern wollen wir den größten Skaterpark Deutschlands errichten, der Skatern sowie BMX-Fahrern vielfältige Möglichkeiten eröffnet. Der Skaterpark ist für alle Altersklassen und jedes Können konzipiert. Ich sehe in diesem Projekt die Jugend- und die Sportförderung in idealer Weise miteinander verknüpft", sagte Oberbürgermeister Thomas Geisel im Oktober des vergangenen Jahres, als der Park in der Aula des Lore-Lorentz-Berufskollegs vorgestellt wurde. Im Sommer 2016 sollte alles fertig sein, doch daraus wird nichts. Nach Informationen der Rheinischen Post ist mit dem Beginn der Arbeiten in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen.

Tatsächlich sind noch keine Aufträge vergeben, die Ausschreibungen noch nicht raus. "Das Geld steht bereit, die Ausschreibungstexte sind fertig, was uns noch fehlt, ist das politische Go", sagt Jungendamtsleiter Johannes Horn. Er erklärt die Verzögerung mit einem fehlenden Stellplatzkonzept, das die Untere Landschaftsbehörde nach der Präsentation der Anlage zusätzlich noch verlangt habe. Der Skaterpark wurde gemeinsam mit Skateboardern entwickelt. Architekt Dirk Lücke habe den Entwurf ganz an die Bedürfnisse der zukünftigen Nutzer orientiert. Mit "Kids-Area", "Flat-Area", "Bowl-Area" und "Street-Bereich".

Ein Manko der Anlage im Stadtteil Eller dürfte sein, dass eventuelle Sponsoren, die Events auf der Anlage veranstalten wollen, eine Ausnahmegenehmigung beatragen müssen. Grund ist der Lärmschutz. Auch müssen die Skater zwischen 13 und 15 Uhr pausieren, nach 21 Uhr ist eh kein Betrieb möglich. Die Kosten für den Park an der Heidelberger Straße wurden vor den Veränderungen auf 1,8 Millionen Euro taxiert. Seit mehr als zehn Jahren schon geistert die Idee durch den Stadtteil, Geld wird bereitgestellt, Planungen präsentiert, Spatenstiche angekündigt, doch passiert ist in dieser Zeit nichts. "Dass gebaut wird, steht aber fest", sagt Jugendamtsleiter Horn. "Wann wir genau anfangen können, kann ich noch nicht sagen", fügt er hinzu. Schon im Januar 2015 hatte der Jugendamtsleiter versprochen, dass der Skaterpark im vergangenen Jahr gebaut wird. "Städtische Gelder und Sponsoren sollen den Bau finanzieren", sagte er dem Jugendrat damals. In der Szene schenkt man den Beteuerungen der Stadt keinen Glauben mehr. Die CDU im Bezirk 8 spricht von einem "Planungschaos" an der Heidelberger Straße, das zu Lasten der Jugendlichen geht.

Auch in der SPD wundert man sich. So hatte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Herbert Prickler, der Garten- und Landschaftsbauer ist, bereits Sponsoren für Bäume gefunden. Die müssen nun aber wohl noch mindestens ein Jahr in die Baumschule. "Wir sind enttäuscht und finden die langsame Entwicklung mehr als unglücklich", so Prickler.

Quelle: RP
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