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Düsseldorf
So fit sind Düsseldorfs Schüler

Düsseldorf. Talentierte Nachwuchs-Sportler und Kinder mit motorischen Problemen fördern - das ist Ziel der Sporttests "Check" und "ReCheck" der Stadt. Seit mehr als zehn Jahren führt sie die Tests an Grund- und weiterführenden Schulen durch. Von Laura Ihme

In Zeiten des offenen Ganztags wird auch die Bewegungsförderung mehr und mehr zur Aufgabe von Stadt und Schule. Seit über zehn Jahren führt das Sportamt deshalb an Grund- und weiterführenden Schulen einmal pro Jahr einen Sporttest durch, um herauszufinden, wie es um die Fitness der Kinder bestellt ist. Zweitklässler treten dabei zum "Check" an, Fünftklässler zum "ReCheck" und werden in Kategorien wie Ausdauer, Kraft und Geschicklichkeit geprüft.

"Wir sind 2003 mit dem 'Check' gestartet, um Talente zu sichten. Aber wir wollten auch etwas für Kinder mit Bewegungsdefiziten tun und so haben wir das so genannte 'Düsseldorfer Modell' zur Sportförderung für Schüler entwickelt", erklärt Knut Diehlmann, der das Projekt ins Leben gerufen hat und bis heute koordiniert.

Konkret sieht das Modell so aus: Die Schüler werden in den Schuleingangsuntersuchungen des Gesundheitsamtes, die auch motorische Übungen enthalten, im "Check" und im "ReCheck" auf ihre Beweglichkeit getestet. Anschließend erhalten die Eltern Empfehlungen zur Sportförderung ihrer Kinder.

Und wie fit sind Düsseldorfs Kinder? Stimmt das Klischee von den immer träger werdenden Schülern? Nicht ganz, wie Diehlmanns Statistiken beweisen. "Die Zahlen der talentierten Kinder und jener, die Defizite haben, ist seit Jahren relativ stabil. Mal gibt es einen guten Jahrgang, der hervorsticht, aber im Grunde bleiben die Tendenzen bestehen", sagt der Experte.

In Zahlen gesprochen bedeutet das: Gut 50 Prozent der Kinder zeigen sowohl beim "Check" als auch beim "ReCheck" keinerlei Auffälligkeiten, sind also weder sonderlich talentiert, noch haben sie Schwierigkeiten. Die andere Hälfte hat Defizite - oder eben besondere Fähigkeiten.

Ganz anders sind da die Zahlen der übergewichtigen Kinder: Während 2003 noch fast 20 Prozent der Düsseldorfer Zweitklässler an Übergewicht litten, sind es mittlerweile nur noch 13 Prozent. Ein Trend, den Knut Diehlmann auch auf das Düsseldorfer Modell zur Bewegungsförderung zurückführt: "Das hat in den vergangenen Jahren einfach an Bedeutung gewonnen. Gesunde Ernährung und Bewegung sind wichtig - das ist mittlerweile bei vielen Eltern angekommen", sagt er.

Und auch die Maßnahmen, die nach den Tests ergriffen werden, tragen dazu bei: "Für Kinder, deren Testergebnisse weit über dem Durchschnitt liegen, haben wir zum Beispiel die Talentiade entwickelt. Dabei präsentieren sich einmal im Jahr Düsseldorfs Sportvereine, die Kinder können ausprobieren und vielleicht einen passenden Verein finden", so Diehlmann.

"Und wir nehmen teilweise Einfluss auf die OGS-Kurse am Nachmittag. Das Bewegungsangebot betreut nämlich an vielen Schulen der Stadtsportbund und wir geben Empfehlungen für Kurse." Diehlmanns Datenbank meldet sich außerdem immer dann, wenn in einem Stadtteil neue Sportangebote realisiert werden: "Dann zeigt sie mir an, welche Kinder in der Nähe wohnen und wir schreiben sie und ihre Eltern an, um sie auf das neue Angebot aufmerksam zu machen", so Diehlmann.

Quelle: RP
 
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