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Düsseldorf
So leiht man sich ein Elektro-Auto der Stadt

Düsseldorf: So leiht man sich ein Elektro-Auto der Stadt
Wirtschaftsredakteur Thorsten Breitkopf hat getestet, wie man sich die E-Autos der städtischen Flotte leiht. Sein Fazit: "Es ist umständlich." FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. Die Stadt öffnet ihren Elektro-Fuhrpark für Bürger. Unser Wirtschaftsredakteur Thorsten Breitkopf hat es ausprobiert. Von Thorsten Breitkopf

Düsseldorf ist mal wieder innovativ. Als erste Stadt Deutschlands ermöglicht die Landeshauptstadt ihren Bürgern einen Zugriff auf die Elektroautos. Doch so einfach wie man es von anderen Carsharing-Modellen kennt, ist es nicht. Ein Versuch.

Das ändert sich für Autofahrer 2016

Wo meldet man sich an? Wer die städtischen Elektro-Autos nutzen möchte, muss sich auf der Internetseite www.drive-carsharing.com anmelden. Bei der Registrierung werden 20 Euro fällig, die als Guthaben abgefahren werden können. Mit Kundennummer und dem per E-Mail zugesandten Passwort hat man dann Zugriff und kann Fahrzeuge reservieren. Bevor man eine Mitgliedskarte erhält, muss man einmal seinen Führerschein in den Rheinbahn-Kundencentern Heine-Allee oder Hauptbahnhof vorzeigen oder bei der Zentrale von "Drive" in Solingen.

Wo stehen die Fahrzeuge? Seit gestern gibt es drei Stationen: Auf'm Hennekamp 47 (Parkplatz vor dem Stadtentwässerungsbetrieb), Brinckmannstraße 7 (Parkplatz vor dem Umweltamt) und Eisenstraße 35/Ecke Willi-Becker-Allee (öffentlicher Parkplatz in der Nähe des Dienstleistungszentrums der Stadtverwaltung).

Mercedes B-Klasse Electric Drive - unauffälliger Stromer FOTO: Hersteller

Wo können die Fahrzeuge abgestellt werden? Die Fahrzeuge werden für einen fixen Zeitraum vorher im Internet gebucht und müssen am Ende wieder an der Start-Station abgestellt werden. Telefonisch kann die Buchungszeit im Notfall verlängert werden.

Welche Fahrzeuge gibt es? Im Angebot sind Modelle wie BMW i3, E-Smart, Nissan Leaf oder VW eUp - alles Elektroautos.

Wer lädt die Fahrzeuge? Der Kunde. Bevor dieser losfahren kann, muss er ein Kabel von der jeweiligen Ladestation und dem Fahrzeug entfernen und im Kofferraum verstauen. Nach der Tour muss das Fahrzeug wieder angeschlossen werden. Wenn das verloren geht, wird es für den Kunden richtig teuer: 600 Euro.

Wie hoch ist die Reichweite? Das schwankt nach Jahreszeit. Der Akku des von uns getesteten Nissan Leaf schafft im Sommer-Betrieb wohl um die 150 Kilometer, gestern zeigte die Ladeanzeige eine Reichweite von 90 Kilometern.

Was passiert, wenn die Batterie leer geht? Erst fällt das Fahrzeug in einen Sparmodus und fährt nur noch maximal 50 Kilometer pro Stunde. Dann sollte man zu einer Ladestation fahren. Sonst bleibt man liegen und muss die Hotline rufen.

Wie öffnet und schließt man den Wagen? Das reservierte Fahrzeug wird mit der Kundenkarte geöffnet, die man auf ein Lesegerät an der Scheibe legt. Dann muss das Ladekabel entfernt werden. Dann nimmt man den Zündschlüssel aus einer Halterung im Handschuhfach. Am Ende müssen alle Vorgänge in umgekehrter Reihenfolge wiederholt werden.

Wann kann man mieten? Wochentags ab 16 Uhr, freitags ab 13 Uhr, morgens um 7.30 Uhr muss das Fahrzeug zurück sein. Am Wochenende kann man immer mieten.

Wie fährt sich das Fahrzeug? Alle Elektroautos haben Automatik und sind sehr spurtstark. In von Fußgängern frequentierten Bereichen muss man vorsichtig sein, viele nehmen das lautlose Fahrzeug nicht wahr.

Fazit Die Idee ist gut. Die Umsetzung ist umständlich, insbesondere wenn man das mobile Carsharing von DriveNow oder Car2go kennt (dort müssen die Autos nicht gebucht werden, die Miete ist nicht befristet, die Autos dürfen überall abgestellt werden). Das Preismodell ist unübersichtlich. Das neue Modell ist was für E-Auto-Fans und solche, die es mal ausprobieren wollen.

Quelle: RP
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