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Bauprojekt in Düsseldorf
So soll der Kö-Bogen II aussehen

Bauprojekt in Düsseldorf: So soll der Kö-Bogen II aussehen
So könnte der Gründgens-Platz belebt werden: Vom Rasendach des Pavillons gibt es den Ausblick auf das Ticket-Café des Schauspielhauses (l.) und den begrünten Gebäuderiegel (rechts). FOTO: Cadman
Düsseldorf. Politik gibt grünes Licht für die Bürgerbeteiligung beim Ingenhoven-Projekt - Abriss denkmalgeschützter Mauer offen. Von Denisa Richters

Freilufttheater oder Konzerte direkt vor dem Schauspielhaus - das soll auf dem Gustaf-Gründgens-Platz möglich sein, wenn er erst einmal neu gestaltet ist. 2018 könnte es so weit sein, falls der Abriss der Tiefgarage wie geplant Ende dieses Jahres beginnt und danach das Parkhaus sowie die beiden Gebäude am Rand des Platzes nach einem Entwurf des Düsseldorfer Architekten Christoph Ingenhoven gebaut werden.

Der Planungsausschuss ermöglichte gestern mit breiter Mehrheit den nächsten Schritt in dem Verfahren: CDU, SPD, FDP und Freie Wähler stimmten dafür, die Bürgerbeteiligung für das Projekt einzuleiten. Grüne und die Linke votierten dagegen. Die Grünen haben Bedenken gegen das gesamte Projekt, unter anderem deshalb, weil in den Neubauten keine Wohnnutzung vorgesehen ist. Die ist laut Beschlussvorlage geprüft, aber verworfen worden. Wohnen sei nicht in der "erforderlichen Qualität" möglich, weil die begrünte Fassade stark aufgebrochen werden müsste, um ausreichend Licht zu schaffen.

Diese Mauer soll für Kö-Bogen-II abgerissen werden, sie ist jedoch ein Denkmal, die Denkmalschützer sind deshalb dagegen. FOTO: Andreas Bretz

Der Gebäuderiegel an der Schadowstraße hat zu den einzelnen Seiten verschiedene Höhen: zum Schauspielhaus hin 19,5 Meter auf vier Etagen, zur Bleichstraße auf fünf Etagen 22 Meter, an der Schadowstraße, wo im Erdgeschoss Einzelhandel geplant ist, mit sechs Etagen von 25,5 Metern auf 28 Meter an der Kreuzung zur Berliner Allee ansteigend.

Zur Schadowstraße ist eine Glasfassade vorgesehen, zum Gründgens-Platz und an der Westseite soll sie begrünt sein - allerdings wohl nur in den warmen Monaten. Denn laut dem Plan sollen dafür Hainbuchhecken in vertikal gestapelte Tröge gepflanzt werden. Ihr Laub wird im Herbst braun.

Das sind die Entwürfe für den Kö-Bogen II FOTO: Ingenhoven/ Doug and Wolf

Auf dem zweiten Gebäude, das durch sein schräges Dach mit der Fassade des Gebäuderiegels eine Art architektonisches Tal bilden soll, ist eine Liegewiese vorgesehen. Die Rasenfläche auf dem Dach wird durch Geländer gesichert und soll im Winter durch eine Rasenheizung frostfrei gehalten werden. Nördlich dieses Pavillons (auf der Fläche zum Dreischeibenhaus) ist ebenso Außengastronomie vorgesehen wie im "Tal" zwischen den Gebäuden. Die neue Tiefgarage soll 750 Stellplätze haben, 120 mehr als heute.

Mit dem Neubau der Tiefgarage entfallen die heutigen statischen Probleme. Deshalb kann der Platz für Veranstaltungen wie Konzerte oder "Bürgertheater" genutzt werden. Vor dem Schauspielhaus ist ein weiterer kleiner Pavillon vorgesehen - er gibt Raum für den Zugang zur Garage, aber auch für ein Café und den Ticketverkauf des Schauspielhauses.

Kö-Bogen II: Entwurf von Ingenhoven FOTO: Ingenhoven

Ob all das rechtzeitig umgesetzt werden kann, hängt zum einen davon ab, wie schnell sich die Grundstückseigentümer über Details einigen - und wie sehr sich die Denkmalschützer gegen den Abriss einer Mauer am Rande des Platzes sperren.

Sie ist zwar nicht ansehnlich, weil offenbar beliebt bei Graffiti-Sprühern, steht aber unter Denkmalschutz. Insbesondere die Familie des Schauspielhaus-Architekten Pfau pocht darauf, dass sie erhalten bleibt. Die Landeskonservatorin könnte sogar einen Ministerentscheid einleiten, was zumindest den Baubeginn verzögern würde.

Quelle: RP
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