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Fluglärm-Gegner sauer
So viele Nachtflüge wie nie am Flughafen Düsseldorf

So viele Nachtflüge 2017 wie nie am Flughafen Düsseldorf
Eine Nachtlandung in Düsseldorf. (Archiv) FOTO: Achim Blazy
Düsseldorf. Das vergangene Jahr hat dem Düsseldorfer Flughafen mit 24 Millionen Fluggästen nicht nur einen Passagierrekord beschert, sondern auch einen neuen Höchststand an späten Starts und Landungen. Darauf macht die Meerbuscher Initiative Bürger gegen Fluglärm aufmerksam.

Demnach gab es 2017 insgesamt 11.372 Starts und Landungen nach 22 Uhr - das sind 0,7 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2016. Einen weiteren Spitzenwert gab es bei Starts und Landungen zwischen 23 Uhr und 24 Uhr: Die Zahl der Flugbewegungen in dieser Spanne lag bei 1983 - doppelt so viele wie 2013.

Der Flughafen bestreitet den Trend nicht grundsätzlich, obwohl er andere Zahlen vorweist. Er macht aber darauf aufmerksam, dass Landungen bis um Mitternacht insbesondere für die in Düsseldorf stationierten Flugzeuge erlaubt seien. Als Erfolg verzeichnet der Airport, dass die Zahl der extrem späten Landungen nach Mitternacht auf nur noch 46 Stück im Jahr 2017 gesunken sei - ein Drittel weniger als 2016.

Die Flughafenkritiker lehnen auch wegen der vielen Nachtflüge die beantragten höheren Kapazitäten am Airport ab. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hingegen zeigte Sympathie für den Airport: Beim Neujahrsempfang der IHK Düsseldorf lobte er ausdrücklich, dass Düsseldorf auch nach der Pleite von Air Berlin viele neue internationale Flug- und Umsteigemöglichkeiten erhalten habe.

Er ergänzte, ausreichende Kapazitäten am Flughafen der NRW-Landeshauptstadt seien für die Wirtschaft der Region wichtig – doch ob er damit die Erlaubnis von mehr Start- und Landerechten meinte, ließ er offen. Der Flughafen will die größeren Kapazitäten auch nutzen, um Staus bei Verspätungen tagsüber besser abbauen zu können – das würde zu weniger Nachtlandungen führen.

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Dabei hat die Landesregierung aber nicht nur den Flughafen Düsseldorf im Auge: Erst kürzlich kündigte sie an, die umstrittene Vorrangregelung im Landesentwicklungsplan für die zwei Airports Düsseldorf und Köln-Bonn aufzuheben: Künftig sollen auch die Flughäfen in Münster/Osnabrück, Dortmund, Paderborn und Weeze als "landesbedeutsam" eingestuft werden.

(rky)
 
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