| 12.31 Uhr

Rheinbahn steht still
Die Pendler in Düsseldorf trotzen dem Streik

Streik bei der Rheinbahn in Düsseldorf
Streik bei der Rheinbahn in Düsseldorf FOTO: Helene Pawlitzki
Düsseldorf. Mittwochmorgen in Düsseldorf: die U-Bahnhöfe leer und verschlossen, die wenigen Busse überfüllt. Wer zur Arbeit oder in die Schule wollte, musste kreativ werden. Ein Verkehrschaos blieb aus, einige Straßen waren aber deutlich voller als sonst. Von Helene Pawlitzki und Antonia Kasparek, Düsseldorf

Das Handy mit Bahn-App in der einen, den Zettel mit Infos in der anderen Hand - so liefen viele Menschen am Morgen durch den Hauptbahnhof. "Ich hatte keine Ahnung, dass heute in Düsseldorf gestreikt wird", sagte Mareike aus Dortmund. "Bei uns haben wir das schon hinter uns." In vielen Städten war der ÖPNV bereits am Dienstag bestreikt worden. Nicht nur Auswärtige - auch viele Düsseldorfer merkten erst an der Rolltreppe zur U-Bahn: Hier geht heute gar nichts.

Mareike aus Dortmund musste für einen Arzttermin zur Theodor-Heuss-Brücke. Mit App und Infozettel versuchte sie, den Weg zu finden. FOTO: paw/aka

Fahrgäste mussten sich quetschen

Informiert wurden sie darüber von den Sicherheitsleuten, die im Auftrag der Rheinbahn unterwegs waren. Sie wurden für einen Tag zu Ersatz-Kundenbetreuern. Bewaffnet mit einem Spickzettel, konnten sie den meisten Reisenden zumindest einen Tipp geben, wie sie in die richtige Richtung kommen.

Zur Verfügung standen die S-Bahn und einige wenige Buslinien - so wie der 834er Richtung Belsenplatz. An dessen Haltestelle gegenüber des Hauptbahnhofs herrschte dichtes Gedränge. Hier kam es auch ab und an zu Unmutsbekundungen, wenn sich alle in die ankommenden Busse zu quetschen versuchten. Sonst war die Stimmung weitgehend friedlich. Die meisten Reisenden waren eher resigniert als genervt. Und die Rheinbahn nutzte den Stillstand, um Grünstreifen zu mähen - zum Beispiel an der Berliner Allee.

Gute Geschäfte für die Taxifahrer

Lange Schlangen gab es auch am Taxistand vor dem Hauptbahnhof. 18 Minuten wartete beispielsweise Michael Laduch auf ein Auto. "Das geht doch noch, oder?" Der Kölner wollte ins Schloss Garath zu einer IT-Tagung. In seiner Heimatstadt war bereits am Dienstag gestreikt worden. "Nachdem ich schon in Köln laufen musste, weil der ÖPNV bestreikt wurde, habe ich beschlossen, einfach ein Taxi zu nehmen." Er hatte ordentlich Wartezeit eingeplant und war deshalb pünktlich.

Endlich ein Taxi! Michael Laduch ließ sich die Stimmung durch den Streik nicht verderben. FOTO: paw/aka

Taxifahrer Huseyin Balci fand den Streik trotz guter Geschäfte trotzdem nicht korrekt: "Dadurch wird doch nur der Endverbraucher bestraft." Viele Leute müssten 30 Euro bezahlen, nur um zur Arbeit zu kommen. "Da können sie eigentlich auch gleich zu Hause bleiben."

Für Taxifahrer, die nicht den Hauptbahnhof ansteuerten, war der Unterschied zu einem streikfreien Tag gar nicht so groß. "Niemand kommt spontan oder hat ein Taxi bestellt", sagte ein Taxifahrer an der Königsallee. "Diesmal scheinen sich die Leute anders organisiert zu haben - vielleicht in Fahrgemeinschaften."

In unserem Live-Blog haben wir am Morgen aktuell vom Warnstreik berichtet. Hier gibt es das Protokoll zum Nachlesen.

An neuralgischen Punkten war mehr Verkehr als sonst

Wer von der Rheinbahn aufs Auto umstieg, musste an einigen Stellen Stau in Kauf nehmen. Die klassischen Pendlerstrecken Richtung Innenstadt waren überlastet, besonders die B1, B7 und B8. Auch die A46 zwischen dem Kreuz Hilden und dem Kreuz Düsseldorf Süd war dicht. Nach Schätzungen der Polizei brauchten Autofahrer noch einmal 50 Prozent mehr Zeit als sonst schon. Größere Unfälle meldete die Polizei nicht.

Der Verdi-Streik am 10. April 2018 in der Region FOTO: Mathias Schumacher
 
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