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Düsseldorf
Solarenergie senkt Stromrechnung

Düsseldorf: Solarenergie senkt Stromrechnung
Elsbeth und Roland Kleiner haben seit November eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach und einen Speicher im Keller. Ist der Speicher voll und der Strom wird nicht benötigt, wird ein Teil davon in das Netz eingespeist. FOTO: Anne Orthen
Düsseldorf. Zuschüsse vom Bund und der Stadt gaben für Familie Kleiner den Anreiz in eine Photovoltaik-Anlage und einen Speicher zu investieren. Sogar in den Wintermonaten macht sich dies in einer geringeren Stromrechnung bemerkbar. Von Sonja Schmitz

Roland Kleiner hat sich schon vor zehn Jahren für Solarstrom interessiert. Aber eine eigene Photovoltaik-Anlage? "Die waren mir damals zu teuer", sagt der 65-jährige Unterrather. Das Warten hat sich gelohnt.

Die Anlagen wurden im Laufe der Zeit erschwinglicher, dazu gab es wichtige Fortschritte bei der Speichertechnik. Und schließlich gibt auch noch Förderungen vom Bund und auch von der Stadt.

Seit November ist er stolzer Besitzer einer Photovoltaik-Anlage. Auf dem Satteldach seines Hauses nimmt sie mit 20 Quadratmetern gar nicht so viel Platz ein. Scheint die Sonne, beginnt die Anlage mit der Stromproduktion. Die Kleiners haben dann die Möglichkeit, den Strom direkt zu nutzen, sei es zum Wäschewaschen, Radio hören, Kochen oder was sonst gerade ansteht. "Ich warte aber mit der Wäsche nicht, bis ich Solarstrom habe", betont Elsbeth Kleiner, die sich nicht durch die Anlage dem Diktat der Sonne unterwerfen will, wie es manch andere Photovoltaik-Besitzer tun. Wird der Solarstrom gerade nicht benötigt, fließt er in den Speicher. Der hängt im Kellerraum an der Wand. Dass dort Aktivität stattfindet - also Strom aufgenommen oder abgegeben wird, zeigt eine blaue Leuchtleiste und eine digitale Anzeige der aktuell gespeicherten Strommenge. Ist der Speicher vollgeladen, was bei einer Menge von 4300 Watt erreicht ist, und erhält weiteren nicht benötigten Strom, so wird dieser ins Netz eingespeist.

Da die Anlage erst wenige Monate läuft, verfolgt Roland Kleiner mit Spannung, wie sie sich auf seine Stromrechnung auswirkt. Im Mai hatte er von den Stadtwerken nur 50 Kilowattstunden bezogen. Vor einem Jahr waren es noch etwa fünfmal so viel. "Auch im Dezember und Januar hat sich die Anlage bemerkbar gemacht, im Februar dann sogar wieder stärker", berichtet Kleiner. "Wenn sich das so fortsetzt, bin ich vollauf zufrieden." Energie-Experten wie Friedhelm Lentzen von der Verbraucherzentrale gehen davon aus, dass Photovoltaikbesitzer 60 Prozent ihres Strombedarfs selbst erzeugen.

Für die Anlage und Montage hat Kleiner bei einem Fachbetrieb aus Flingern 14.400 Euro bezahlt. Ohne die Förderung hätte er diese Summe nicht investiert, sagt er. Von der Stadt gab es 500 Euro Zuschuss für die Anlage und 20 Prozent der Kosten für den Speicher, insgesamt 2194,75 Euro. Zusätzlich gewährt die KfW einen Tilgungszuschuss für den Kauf des Speichers in Höhe von 25 Prozent. Der bürokratische Aufwand, der nicht nur mit diesen Anträgen verbunden sei, habe ihn etwas überrascht, gesteht der gelernte Buchhalter. So sei er beispielsweise verpflichtet, eine Einnahmenüberschussrechnung zu machen.

Allerdings beläuft sich die Vergütung für den ins Netz eingespeisten Solarstrom auf keine zehn Euro im Monat. "Deswegen habe ich es auch nicht gemacht", sagt Kleiner. Er kalkuliert damit, dass sich die Anlage, die eine Lebensdauer von 20 Jahren hat, in etwa acht bis neun Jahren amortisiert hat. Vor dem Hintergrund, dass der Strompreis wohl weiter steigt, sei es ein gutes Gefühl, sich selbst zu versorgen. Ganz zu schweigen von dem umweltentlastenden Beitrag. Schließlich trägt die Anlage zur Reduktion von schädlichen CO2 bei.

Quelle: RP
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