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Mobile Redaktion
Sorge um Entwicklung des Platzes

Mobile Redaktion: Sorge um Entwicklung des Platzes
Mit Bürgern und Händlern am Kaiserswerther Markt sprach RP-Mitarbeiterin Julia Brabeck (M.). FOTO: Hans-Jürgen bauer
Kaiserswerth. Lebhafte Diskussionen entwickelten sich am Samstag bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post in Kaiserswerth. Beim Thema "Neugestaltung des Marktplatzes" gingen die Ansichten bisweilen weit auseinander. Von Julia Brabeck und Marc Ingel

Die Kaiserswerther lieben ihren Stadtteil. Deshalb setzen sie sich auch mit Vehemenz dafür ein, dass er attraktiv bleibt. Doch wie das geschehen soll, darüber gehen die Meinungen stark auseinander. So äußerten die Bürger am Samstag bei der Mobilen Redaktion der Rheinischen Post am Kaiserswerther Markt ganz unterschiedliche Wünsche und Vorschläge, wie der Platz künftig gestaltet werden soll. Einigkeit herrscht nur darüber, dass dringend eine Aufwertung erfolgen muss.

"Außerdem muss jetzt eine Lösung geschaffen werden, die auch noch in 20 Jahren Bestand hat", sagt Wolfgang Gärtner. Das ist einer der Gründe, weshalb der Kaiserswerther Heimat- und Bürgerverein (HBV) eine durchgängige Platzfläche ohne Bürgersteige und erhöhte Mittelinsel bevorzugt, um sich alle Möglichkeiten der Nutzung offen zu halten. "Damit würde auch wieder ein richtiger Platz entstehen. Jetzt wirkt der Bereich ja eher wie eine Pferderennbahn", sagt Franz-Josef Vogel, der schon als Kind dort gespielt hat.

Viele Bürger können sich aber mit der durchgängigen Platzgestaltung nicht anfreunden. Marlies Meyer-Jander ist zwar Mitglied im HBV, teilt aber nicht dessen Auffassung, denn sie befürchtet, dass ein großer Platz im Winter trostlos und öde wirken würde. "Dieser bisher einmalige Platz würde dann aussehen wie viele andere Plätze und seine besondere Atmosphäre verlieren", ergänzt Marie Praml-Bode. Das sieht Susanne Amand von der Amand Immobilien KG, die mehrere Objekte im Umfeld des Kaiserswerther Marktes besitzt, ähnlich. "Das ist ein besonders schöner Treffpunkt. Hier kann man das Leben spüren. Deshalb sollten die jetzigen Strukturen des Platzes erhalten bleiben." Das wünscht sich ebenfalls die Initiative "Kaiserswerther Markt", der Anwohner, Gewerbetreibende und Eigentümer im Zentrum des historischen Ortskerns angehören. Sie befürchten zudem, dass bei einer völligen Umgestaltung eine lange Bauzeit die Existenz der Händler gefährden könnte. "In Angermund und Kalkum kann man ja sehen, dass Baustellen länger bestehen, als angekündigt wurde", sagt Gustav-A. Hornscheidt. Harald Riedel wiederum legt Wert darauf, dass auch nach einer Umgestaltung Raum für die Öffentlichkeit bleibt, Bänke auf dem Platz aufgestellt und nicht alle Flächen an die Gastronomie verpachtet werden. Ulrike Schneider, Mitglied im Seniorenbeirat, ist das spätere Aussehen des Areals nicht so wichtig. "Hauptsache der Bereich ist dann seniorengerecht und barrierefrei."

Wie der Platz später einmal aussieht, ist auch Eckehard Dietrich egal. "Wichtig ist, dass die Fußgänger Vorrang haben, alles andere ist von sekundärer Bedeutung", plädiert er dafür, dass nur noch Anwohner und allenfalls Patienten der am Markt ansässigen Ärzte mit dem Auto den Markt an- und umfahren dürfen.

Eine zumindest teilweise Verkehrsfreiheit plus neuer Quartiersgarage befürwortet Sebastian Krüger: "Aber wir müssen schauen, dass Gastronomie und Einzelhandel darunter nicht leiden." Vor einem solchen Szenario warnt Wolf Apel, der am Kaiserswerther Markt einen Schreibwarenladen betreibt: "Der Kaiserswerther Markt muss für Autos offen bleiben, wir brauchen hier kein Museum. Jahrelange Baustellen würden wir Händler wahrscheinlich ohnehin nicht überleben", sagt er.

Quelle: RP
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