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Bundestagswahl 2013
SPD wählt Kandidaten für Berlin
Bundestagswahl 2013: SPD wählt Kandidaten für Berlin
Gilt im Wahlkreis 107 im Süden Düsseldorfs als gesetzt: SPD-Parteichef Andreas Rimkus. FOTO: Hans-Juergen Bauer
Düsseldorf. Am 30. Oktober stimmen die Düsseldorfer Sozialdemokraten ab, wer 2013 für die Bundestagswahl in den Wahlkampf zieht. Während im Süden der Stadt Parteichef Andreas Rimkus als gesetzt gilt, kommt es im Nord-Wahlkreis zur Kampfkandidatur zwischen einer Frau und einem 29-Jährigen. Von Denisa Richters

Das hat es bei der Düsseldorfer SPD lange nicht gegeben: Für den Bundestagswahlkreis 106 im Norden der Stadt gibt es zwei Interessenten, es wird auf dem Nominierungsparteitag Ende Oktober zu einer Kampfkandidatur kommen. Doch statt sich in Grabenkämpfen zu verheddern, fahren Bergit Fleckner-Olbermann (55) und Philipp Tacer (29) seit Wochen in einem Auto und Harmonie zu ihren Vorstellungsrunden bei der Basis. 22 Ortsvereine werden es am Ende gewesen sein. Im südlichen Wahlkreis 107 tritt Parteichef Andreas Rimkus (49) an – mit einer Gegenkandidatur muss er nicht rechnen.

Dass die SPD beide Wahlkreise bei der Abstimmung über das Berliner Parlament im September 2013 mit neuen Köpfen besetzen kann, ist der Niederlage zweier einst mächtiger und zutiefst zerstrittener Genossen geschuldet: Karin Kortmann und Michael Müller waren beide Parlamentarische Staatssekretäre in der Hauptstadt – und verloren beide bei der Bundestagswahl 2009 ihr Mandat. Niederlage und Streit sollen für die konfliktgeplagten Sozialdemokraten in Düsseldorf nun Vergangenheit sein.

"Ich setz' auf Sieg, falls ich aufgestellt werde", sagt Tacer selbstbewusst. Auf einen guten Listenplatz brauchen er und seine Mitbewerberin nicht zu hoffen. Für den soll Parteichef Rimkus von der Basis empfohlen werden. So muss, wer im eher konservativen Düsseldorfer Norden kandidiert, den Wahlkreis direkt holen. Dass der Kanzlerkandidat der SPD Peer Steinbrück heißt, könnte dabei helfen.     Doch zunächst haben die Delegierten die Wahl. Und es sieht ganz nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen aus. Auf der einen Seite Bergit Fleckner-Olbermann. Die Diplom-Pädagogin ist verheiratet, zweifache Mutter und arbeitet beim Evangelischen Familienbildungswerk. Geboren in Berlin hat sie eine bunte Chronologie von Wohnorten in ganz Deutschland zu bieten – darunter Hannover, Hamburg, Münster und Köln –, bis sie 2000 endgültig sesshaft in Düsseldorf wurde. Sie ist in Düsseldorf Chefin der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (ASF), im Land Vize und im Bund Mitglied des Bundesvorstands. Familienpolitik ist es vor allem, für die sie sich einsetzen will: "Ich will ein familienfreundliches Land", sagt Fleckner-Olbermann. Dazu gehören für sie Ganztagsbetreuung für Kinder jeden Alters, faire Löhne, besonders auch für Frauen und Arbeitszeiten, die zu den Lebensverhältnissen passen.

Tacer, gebürtiger Düsseldorfer, steht kurz vor Beendigung seines Studiums der Geschichte und Politikwissenschaften, und ist trotz seiner jungen Jahre ein alter Hase in der Kommunalpolitik: Er hat seit 2004 Mandate in Bezirks- und Fachgremien, hat als Asta-Vorsitzender das Semesterticket und Gebührenfreiheit für Erstsemester durchgesetzt. Kommunal- und Bundespolitik sind für ihn keine Gegensätze. "Ich will sozialdemokratische Gerechtigkeitsthemen mit Wirtschaftspolitik verbinden", sagt er. Mindestlöhne, ein angemessenes Rentenniveau und die stärkere Besteuerung von hohen Vermögen und Einkommen gehört für ihn dazu. "Wir müssen den Binnenmarkt stärken und meine Generation wieder daran glauben lassen, später auch eine gesetzliche Rente zu beziehen."

Quelle: RP
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