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Düsseldorf
Spende ermöglicht Stelle für Flüchtlingshelfer

Düsseldorf: Spende ermöglicht Stelle für Flüchtlingshelfer
Am Fernbahnhof des Düsseldorfer Flughafens steht für die Flüchtlingskinder Nahrung für jedes Alter bereit. FOTO: Andreas Bretz
Düsseldorf. In Sonderzügen kommen Asylsuchende in Düsseldorf an - Diakonie kann bei Wohnungssuche helfen.

Hunderte Flüchtlinge sind mit Sonderzügen in den Nächten zu Samstag und zu Montag am Fernbahnhof des Düsseldorfer Flughafens angekommen. 800 waren es alleine am Wochenende. Die Menschen, darunter auch viele Frauen und Kinder, wurden von rund 200 haupt- und ehrenamtlichen Helfern versorgt, erhielten Gemüsesuppe, spezielle Nahrung für Säuglinge und Kleinkinder, konnten sich kurz ausruhen, bevor es für die meisten mit Bussen in Unterkünfte in ganz Nordrhein-Westfalen weiterging.

Fotos: #ZufluchtNRW: So leben Flüchtlinge in unserer Region FOTO: RPO, Laura Sandgathe

Rund 100 Flüchtlinge wurden in der Düsseldorfer Messehalle 8 a untergebracht. Eine schwangere Frau und ein krankes Kind wurden von der Feuerwehr in Kliniken gebracht, ihre Familien bleiben ebenfalls in Düsseldorf. 220 Menschen reisten nach Angaben der Stadt selbstständig mit Anschlusstickets weiter, etwa 180 blieben die Nacht über am Fernbahnhof.

Die Unterbringung der vielen Menschen stellt auch Düsseldorf vor große Herausforderungen. Eine Spende des Verwaltungsratsvorsitzenden der Elektronik-Kette "Electronic Partner", Hartmut Haubrich, soll jetzt bei der Vermittlung von Wohnungen helfen: Haubrich ermöglicht mit einer Spende über 35.000 Euro die Einrichtung einer entsprechenden neuen Stelle bei der Diakonie in Düsseldorf. Der neue Mitarbeiter soll die Zusammenarbeit zwischen dem städtischen Amt für Wohnungswesen und der Diakonie intensivieren. Damit stehe ein Ansprechpartner für Mieter und Vermieter bereit, um die Akquise von Wohnungen durch das Wohnungsamt zu erleichtern, heißt es seitens der Stadt.

Rund 130 Flüchtlinge erreichen Düsseldorf mit Zügen FOTO: Kai Jürgens

Ziel sei vor allem, die Quote zur Vermittlung von Wohnraum zu verbessern. In die Arbeit sollen auch Sprach- und Kulturmittler eingebunden werden, teilt das Rathaus mit. Ausdrücklich dankte Oberbürgermeister Thomas Geisel am Rande des Konzertes der Kantorei der Johanneskirche beim Düsseldorf Festival dem Spender. Haubrich engagiert sich im Arbeitskreis evangelischer Unternehmer. Electronic Partner mit Sitz in Lichtenbroich gehört zu den größten Händlern für Unterhaltungs- und Hauselektronik.

Noch keinen neuen Stand gibt es bei dem an offener Tuberkulose (TBC) erkrankten Algerier, der in der Flüchtlingsunterkunft an der Rather Straße gelebt hatte. Er ist isoliert und wird in der Uni-Klinik behandelt. Die sechs identifizierten Kontaktpersonen werden nach Angaben von Gesundheitsamtsleiter Klaus Göbels zur Untersuchung geladen. Eine Ansteckungsgefahr für andere bestehe nicht, versichert Göbels, da TBC erst Wochen oder Monate nach der Infizierung ausbreche und ansteckend sei.

Sollte bei den betreffenden sechs Personen bei der Untersuchung keine TBC diagnostiziert werden, gäbe es nach drei Monaten eine Nachuntersuchung.

(dr, tb)
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