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Düsseldorf
Sport soll Jugendliche qualifizieren

Düsseldorf. Teilnehmer des Projekts "Steilvorlage" erhalten Zertifikate.

Für Peter Frymuth, den Vizepräsidenten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), war es ein Heimspiel: Beim SV Lohausen, dessen Vorsitzender Frymuth jahrelang war, erhielten elf junge Männer ihre Zertifikate als Fußball-Kindertrainer und -Teamleiter, die sie im Projekt "Steilvorlage" erworben hatten. Eigentlich sollten es zwölf sein. "Einer ist aber in der Berufsschule und wir wollten ihn nicht rausnehmen", erläuterte der Geschäftsführer der Jugendberufshilfe Peter Walbröl. Denn Ziel der "Steilvorlage" ist es, arbeitslose Jugendliche in Ausbildungen zu vermitteln.

Als Vehikel dient der Sport. "Über den Fußball kommen wir an Jugendliche heran, die wir sonst nicht mehr erreichen würden", erklärt Christian Wiglow, stellvertretender Vorsitzender des Jobcenters Düsseldorf. "Dass wir 60 Prozent der Steilvorlage-Teilnehmer vermitteln können, beweist, dass das Projekt erfolgreich ist." Der Fußballverband Niederrhein schickt jeden Montag und Dienstag für fünf Stunden Trainerausbilder Frank Peters auf die Anlage des SV Lohausen. Dort wird alles gelernt und praktisch auf dem Platz erarbeitet, was man benötigt, um in einem Fußballverein Kindermannschaften fachgerecht zu trainieren. Es dauert drei Monate bis zur Prüfung. Wer die erfolgreich absolviert hat, kann den Teamleiter draufsatteln. "Wer das schafft, hat nicht nur fußballerisches Wissen angesammelt, sondern zeigt auch, dass er Durchhaltevermögen besitzt, kommunizieren kann, verlässlich ist und noch so einiges mehr. Das sind Qualitäten, die auch in Ausbildungen und später im Beruf benötigt werden", so Peters.

Außerdem kann man mit den vom DFB anerkannten Trainerzertifikaten bei Sportvereinen anklopfen - was einige auch planen. "Es wäre ja blöd, eine Ausbildung zu machen und die dann nicht zu nutzen", meint der zertifizierte Teamleiter Dennis Baafi. Er ist besonders durch die Gespräche mit Peters weiter gekommen und hat Selbstbewusstsein aufgebaut. "Ich schaue jetzt positiver in die Zukunft", meint Baafi. Der "Steilvorlage" sei Dank.

(tino)
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