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Düsseldorf Giants
Gnad löst Kuczmann ab

Düsseldorf Giants: Gnad löst Kuczmann ab
Unter Hansi Gnads Führung wirkten die Giants verbessert. FOTO: Andreas Schall
Am Ende musste Achim Kuczmann die Verantwortung für neun Niederlagen aus den jüngsten elf Spielen übernehmen und seinen Hut nehmen. Nach lang andauernden Gesprächen haben sich die fünf Gesellschafter des Basketball-Bundesligisten Giants am Mittwoch dazu durchgerungen, Kuczmann zu beurlauben und den bisherigen Co-Trainer Hansi Gnad zu dessen Nachfolger zu bestimmen. Der ehemalige Center bekleidet die Rolle des Chefcoachs erst einmal bis Saisonende. Von Mark Kühn

"Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen", sagt Giants-Geschäftsführer Claudio Di Padova. "Wir waren aber gezwungen, jetzt etwas zu machen. Hansi Gnad kann vielleicht noch einmal Reizpunkte setzen und den einen oder anderen Spieler aus seiner Lethargie holen."

Mit Kuczmanns fachlicher Kompetenz hat die Trennung sicher nichts zu tun, denn während seiner Jahre in Leverkusen und auch in seiner Premierensaison in Düsseldorf hat der 56-Jährige hinlänglich bewiesen, dass er gute Mannschaften formen kann. Zum Verhängnis wurde dem sympathischen Coach vielmehr die unglückliche Zusammenstellung des aktuellen Kaders.

Di Padova beklagte bereits früh in der Saison das Fehlen von Führungsspielern. Gerade bei den vielen knappen Niederlagen hatten sich die meisten Spieler immer wieder davor gedrückt, in entscheidenden Spielsituationen Verantwortung zu übernehmen. Der Glaube an die eigene Stärke war den Profis nach den vielen Misserfolgen restlos abhanden kommen.

Durch eine emotionalere Ansprache von außen soll neun Tage vor dem im Abstiegskampf vorentscheidenden Spiel gegen Hagen wieder Zuversicht in die Köpfe der Spieler kommen. Die hatten sich in den vergangenen Wochen auf dem Parkett ähnlich ruhig wie ihr sportlicher Vorgesetzter präsentiert.

Gnad soll Feuer entfachen

Das soll sich jetzt ändern. Rekordnationalspieler Gnad, wesentlich extrovertierter als der stets nette Kuczmann, soll den Profis Feuer machen und, wenn nötig, auch mal ungemütlich werden. Gnad ist vor allem als Psychologe gefordert.

Kuczmann nahm die Nachricht seiner Entlassung gefasst auf. "Natürlich hätte ich gern weitergemacht, aber als Profi weiß ich, dass man als Trainer an Ergebnissen gemessen wird", sagt er. Seinem Nachfolger traut er zu, mit der Mannschaft die Klasse zu halten. "Hansi ist als Spieler und Co-Trainer sehr erfahren. Ich glaube schon, dass er neue Impulse setzen kann", erklärt Kuczmann, der erst einmal nicht zu den Spielen der Giants kommen will.

Gnad kann sich bei seiner Premiere in Bamberg am Sonntag ohne großen Druck an seine neue Rolle gewöhnen. Der kommt erst eine Woche später gegen Hagen.

Quelle: RP
 
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