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Lokalsport
Am Ende fehlen Kraft und Konzentration

Düsseldorf. Fußball-Regionalligist Fortuna II spielte eine solide Hinrunde, ließ jedoch auch viele Punkte liegen. Von Maximilian Lonn

Wenn Taskin Aksoy seine Mannschaft heute zur ersten Trainingseinheit des neuen Jahres bittet, dann werden beim Trainer von Fortunas Zweitvertretung die Erinnerungen an 2015 längst verblasst sein. Schließlich gehört der 48-Jährige zu der Sorte Menschen, die ihren Fokus stets auf neue Aufgaben richten. Dabei kann er auf das Geleistete in der Hinrunde der Regionalliga West durchaus zufrieden sein, lediglich Kleinigkeiten verhinderten eine bessere Platzierung als Rang zwölf. Die RP blickt zurück.

Der Hinrundenverlauf Die Spielzeit 2015/16 begann mit einem Pauckenschlag. Gleich am ersten Spieltag wurde der Drittliga-Absteiger Borussia Dortmund II verdient mit 3:0 besiegt. Auch in den Wochen danach blieben die Flingerner ein unangenehmer Gegner und kassierten bis zum neunten Spieltag nur eine einzige Niederlage (0:1 beim SV Rödinghausen). Danach kam es jedoch zum ersten Einbruch. Es folgte eine Pleitenserie von fünf Partien (kurzzeitig unterbrochen durch den starken 1:0-Auftritt bei Vikoria Köln), die die Aksoy-Elf gefährlich nah an die Abstiegsregion brachte. In dieser Zeit rückte die von vielen Verletzungen gebeutelte Mannschaft allerdings fest zusammen und besiegte anschließend unter anderem die Top-Teams Alemannia Aachen (3:1) sowie RW Oberhausen (1:0). Erst zum Jahresende verlor die "Zwote" wieder an Kraft und Konzentration, so dass die Partien in Kray (1:3) und Dortmund (2:4) jeweils mit Niederlagen endeten.

Der Kader "Wenn wir nicht mit der kompletten Kapelle antreten, dann sind wir nicht konkurrenzfähig", erklärte Aksoy nach dem letzten Pflichtspiel des Jahres beim BVB II. Dabei zielte der Fußballlehrer in erster Linie nicht auf die mangelnde Qualität seines Kaders, sondern auf die fehlende Erfahrung hin. Immerhin liegt das Durchschnittsalter des Kaders bei knapp unter 21 Jahren. Kommen im Laufe einer Spielzeit auch noch zahlreiche Ausfälle von eigentlich fest eingeplanten Spielern hinzu, kann das eine so blutjunge Truppe nicht so einfach wegstecken.

Nicht umsonst kassierten die Rot-Weißen den Großteil ihrer Gegentreffer ab der 75. Minute. Wo andere Teams in diesem Zeitraum das Resultat routiniert verwalten, verloren die Fortunen wichtige Punkte für den Klassenerhalt. Trotz der fehlenden Cleverness planen die Verantwortlichen nach jetzigem Stand nicht mit Zugängen, wahrscheinlicher sind sogar eher Abgänge. Erster Kandidat für einen Transfer wäre Muhammet Ucar gewesen, doch der 19-Jährige will weiter seine Chance bei Aksoy suchen, obwohl er nicht einmal im Spieltagskader stand.

Die Gewinner Mit Robin Bormuth, Kemal Rüzgar sowie Nazim Sangaré haben gleich drei Spieler einen enormen Entwicklungsschritt vollzogen. Während Bormuth in allen 19 Spielen zum Einsatz kam und sich zum Abwehrchef mauserte, trafen Rüzgar (acht Tore) und Sangaré (sieben) in der Offensive praktisch nach Belieben. Auch Michael Kampmann hinterließ bei seinen Auftritten im Tor der Düsseldorfer einen starken Eindruck und bewies, dass er durchaus mehr sein kann als nur der Ersatzmann für Stammkeeper Tim Wiesner.

Die Pechvögel Kaum war Bryce Alderson richtig in der Landeshauptstadt angekommen, verletzte sich der Kanadier kurz vor dem Saisonstart. Erst am zehnten Spieltag feierte der defensive Mittelfeldspieler sein Debüt, und blieb danach in der Startelf. Eine weitere Verletzung Ende November stoppte just den Höhenflug des aufstrebenden Blondschopfs, der sich zu einem wichtigen Bindeglied im Mittelfeld entwickelte. Mit Verletzungen kennen sich indes auch Leander Goralski, Tobias Lippold Maurice Plunkte, Lukas Hombach sowie Justin Splitt und Robin Müller aus. Während sich Goralski im Saisonverlauf mit guten Leistungen in die erste Elf zurück arbeitete, kämpfen Lippold, Pluntke und Hombach derzeit um Anschluss an das Team. Müller und Splitt haben bislang sogar überhaupt noch nicht gespielt.

Fazit Trotz lediglich zwei Zählern Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz hat die "Zwote" bewiesen, dass sie in der Regionalliga bestehen kann. Wichtig werden die ersten vier Spiele nach der Winterpause, wo es vornehmlich gegen direkte Konkurrenten um den Klassenerhalt gehen wird. Springen dort mindestens zehn Zähler heraus, steht einer sorgenfreien Rückrunde im Grunde nichts im Wege.

Quelle: RP
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