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Lokalsport
ART ist der zweitbeste deutsche Leichtathletik-Verein

Düsseldorf. In der deutschen Bestenliste 2015 haben sich die Rather dank ihres Talentschuppens von Platz sechs vorgearbeitet. Von Christoph Zabkar

Manchmal kann das Öffnen einer PDF-Datei die gleiche Freude verursachen, wie das Auspacken eines Weihnachtsgeschenks. Zumindest der ART dürfte dieser Aussage zustimmen, nachdem er in die Bestenliste des Deutschen Leichtathletik-Verbandes blickte. Mit sensationellen 209 Punkten kletterten die Rather vom sechsten auf den zweiten Platz und schoben sich damit vor die beiden Hochburgen TV Wattenscheid (185 Punkte) und LG München (184 Punkte). Überflügelt wurde der ART lediglich vom ewigen Spitzenreiter TSV Bayer 04 Leverkusen (285 Punkte). "Wir haben zwar damit gerechnet, dass wir uns vorgearbeitet haben, aber dass wir sogar vor Wattenscheid und München landen, war eine Riesenüberraschung", freut sich ART-Abteilungsleiter Jochen Grundmann.

Der Silberrang ist das Ergebnis eines gelungenen Aufschwungs, der 2010 seinen Ursprung hatte. Zu jenem Zeitpunkt war der ART in der Liste der besten Vereine gar nicht erst vertreten, hatte aber bereits ein Konzept parat, um dieser Abstinenz ein Ende zu bereiten. "Wir haben die Leichtathletik-Abteilung unseres Vereins neu strukturiert und einen Lenkungsausschuss ins Leben gerufen, um effizienter arbeiten zu können", erklärt Grundmann. Zudem bemühten sich die Düsseldorfer, ein kompetentes Trainerteam zusammenzustellen. Neben den Eheleuten Zwetkow, die als einzige hauptamtliche Trainer den hoch gelobten Nachwuchs seither unterrichten, waren die beiden Honorarkräfte Sven Timmermann (Sprint) und Ralf Jaros (Sprung) ebenfalls Ergebnis dieser Suche.

Eng verbunden ist die beachtliche Entwicklung des ART mit dem Namen Peter Kluth. "Er hat eine klare Struktur in den Verein gebracht und viele Anhänger für seine Idee gewinnen können. Durch seine Verbindungen hat er zudem viele Gönner und Mäzene aufgetrieben, die für das Projekt Geld spendeten", sagt Grundmann. Weitere Zuschüsse erhält der Verein aufgrund seines Status' als Landesleistungsstützpunkt. Laut Grundmann beträgt diese Unterstützung aber nur rund "ein Zehntel des Etats von Wattenscheid und Leverkusen".

Mittlerweile hat sich Kluth zurückgezogen. "Aufgrund des Angebots, als sportlicher und juristischer Berater des Oberbürgermeisters zu fungieren, wollte er sich nicht nachsagen lassen, beim ART Lobby zu betreiben." Sein Sohn Maximilian bleibt dem Verein aber erhalten und gehört dort zu den absoluten Hoffnungsträgern der U16. Diese ist auch größtenteils für die aktuelle Wertung verantwortlich.

Von den 75 Top-Ten-Platzierungen der Düsseldorfer, erfolgten nur vier im Seniorenbereich. Das weiß auch Grundmann: "Wir haben Glück, dass die Wertungen bis in den Jugendbereich gehen. Dort haben wir bereits mehrfach den Jochen-Appenrodt-Pokal gewonnen und damit die Aufmerksamkeit vieler Eltern erhalten. Die Folge ist ein Multiplikatoreffekt, durch den weitere Talente zu uns kommen." Zurzeit hat der ART 350 Athleten, aber es kommt immer wieder Mal vor, dass die besten Talente aufgrund besserer Rahmenbedingungen abgeworben werden.

Im Gegensatz zu den Fernseh-Geldern im Fußball, wo eine höhere Platzierung finanziell honoriert wird, sind die Beträge in der Leichtathletik nicht von der Tabelle abhängig. Hier werden die Zuschüsse in Vier-Jahres-Zyklen beschlossen. "Leistungszentren kriegen höhere finanzielle Förderungen vom Land. In Leverkusen gibt es zum Beispiel viele hauptamtliche Trainer, die die Athleten wie Bo Lita Baehre (wechselte kürzlich vom ART zu Bayer/Anm. d. Red.) rund um die Uhr betreuen." Demnach könne Leverkusen das Geld sowohl in Bundestrainer als auch in die Infrastruktur investieren, während der ART größtenteils ehrenamtlich aufgestellt ist.

Im nächsten Frühjahr, wenn der neue olympische Zyklus eingeläutet wird, hoffen die Düsseldorfer von einem Leistungs- zu einem Bundesstützpunkt aufzusteigen. Dann wären weitere hauptamtliche Trainer finanzierbar und eine Rundumbetreuung für Talente möglich.

Quelle: RP
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