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Fortuna U19
Biade könnte Alderson ersetzen

Düsseldorf. Der Kapitän von Fortunas U19 rückt ab der kommenden Saison in die U23 hoch. Dort kämpft er um einen Platz im defensiven Mittelfeld des Fußball-Regionalligisten, der durch den freiwilligen Abgang des Kanadiers frei geworden ist. Von Maximilian Lonn

Der Anstoß erfolgt zu einer recht ungewöhnlichen Zeit. Ab 18 Uhr empfängt Fortunas Zweitvertretung heute die U23 des FC Schalke 04 am Flinger Broich. Ursprünglich sollte die Partie am Sonntag zeitgleich mit der Begegnung der Zweitliga-Profis stattfinden - wie schon so oft in dieser Saison. Nur dieses Mal hatten die Verantwortlichen des Fußball-Regionalligisten etwas anderes im Sinn. "Wir wollten nicht unbedingt schon wieder zeitgleich mit den Profis spielen", erläutert Trainer Taskin Aksoy. "Da unsere U19 am Samstag um 13 Uhr ihr letztes Bundesligaspiel im Paul-Janes-Stadion bestreitet, war für uns die einzige Alternative, an diesem Tag spät nach der U19 zu spielen. Dem haben wir zugestimmt, und später auch die ZIS (Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze, Anm. d. Red.) sowie der Spielleiter."

Währenddessen kümmert sich der Fußballlehrer auch intensiv um die Planungen für die kommende Regionalliga-Spielzeit, und für die war eigentlich Bryce Alderson als ein Fixpunkt fest eingeplant - doch daraus wird nichts. Denn der Kanadier hat vor zwei Wochen seinen Vertrag vorzeitig aufgelöst (wir berichteten). Eine Entscheidung, die Aksoy völlig unvorbereitet traf. Trotz starker Überzeugungsarbeit konnte der 48-Jährige den Blondschopf nicht mehr von einem Verbleib überzeugen. "Er wollte den Sprung nach oben so schnell wie möglich schaffen", erklärt Aksoy. "Ich habe ihm dann im Gespräch gesagt: Pass auf, du bist hier im Fokus und machst eine sehr gute Entwicklung durch. Gib dir noch ein Jahr Zeit." Anscheinend zu wenig Argumente für den 22-Jährigen, der zu den Leistungsträgern im Kader zählte und auf der Doppel-Sechs nicht nur als kompromissloser Zweikämpfer, sondern auch als spielstarker Stratege überzeugte.

Einzig immer wiederkehrende Probleme am Sprunggelenk bremsten Alderson im Verlauf der Saison immer wieder aus, wodurch der Wunsch nach einem Perspektivwechsel wohl erst richtig befeuert wurde. "Ich finde, dass er sich zu schnell entschieden hat, aber das muss man nun akzeptieren und respektieren", betont Aksoy. "Es ist schade, weil ich glaube, dass er mittelfristig oben angekommen wäre." Nun ist die Entscheidung aber nicht mehr zu ändern, und für den Deutsch-Türken beginnt jetzt die knifflige Suche nach einem Nachfolger.

Diese könnte jedoch unter Umständen kürzer ausfallen, als gedacht. Schließlich stehen im Kader der "Zwoten" in Tobias Lippold, Hendrik Lohmar und Kaan Akca bereits drei zentrale Mittelfeldspieler, und auch im eigenen Unterbau tummeln sich jede Menge vielversprechende Talente. Einer von ihnen ist Lewis Biade. Der Kapitän der U19 ist aktueller U21-Nationalspieler der Demokratischen Republik Kongo und verkörpert alle Eigenschaften, die für die zentrale Rolle im Mittelfeld nötig sind - das sieht auch Aksoy so: "Lewis ist einer, der mit seiner Zweikampfstärke und seinem Einsatz schon eine Art Spieler darstellt wie es Bryce war."

In der A-Jugend gibt Biade im bevorzugten 4-1-4-1-System den einzigen Sechser, ist also die einzige Absicherung vor der Abwehr. In der U23 würde er einen Partner an die Seite gestellt bekommen. Eine Umstellung, die vielleicht ein wenig Zeit und Geduld erfordert. Doch Aksoy ist bekannt dafür, diese seinen Talenten einzuräumen. So wie er es auch bei Bryce Alderson tat, der allerdings künftig einen schnelleren Weg einschlagen will. Wie schnell es bei Biade laufen wird, kann nur er auf dem Platz beantworten.

Quelle: RP
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