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Lokalsport
Boll spielt WM-Doppel mit Chinese Ma Long

Düsseldorf. Beim Turnier in Suzhou gehören die beiden zu den Anwärtern auf Gold, obwohl sie nur auf Rang 18 der Setzliste stehen. Von Tino Hermanns und Martin Beils

Im Moment hat Timo Boll nur die deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Kopf. Der Stachel der 0:3-Hinspielniederlage im Halbfinale von Saarbrücken sitzt tief bei der Tischtennis-Legende, und für die Borussen insgesamt zählt nur der Gedanke, am Sonntag doch noch den Einzug ins Finale zu schaffen. Ungeachtet dessen gehört Boll jedoch auch bei jeder internationalen Misterschaft, bei der er antritt, zu den Medaillenkandidaten. Bei der WM (26. April bis 3. Mai) im chinesischen Suzhou ist Boll sogar noch eine Stufe höher geklettert. Der 33-jährige Linkshänder ist Titelfavorit - im Doppel. Das liegt an der Partnerwahl. Boll wird sich zusammen mit dem Weltranglisten-Ersten Ma Long aus China der Konkurrenz stellen.

Einen gemeinsamen Auftritt des 16-fachen Europameisters und WM-Dritten von 2011, Boll, und des fünffachen Weltmeisters hat es bereits gegeben. Bei den China Open 2013 gewann die Kombination aus Links- und Rechtshänder auf Anhieb den Titel. "Schon auf der World Tour in Changchun vor zwei Jahren hat es uns riesig Spaß gemacht, zusammen Doppel zu spielen. Unsere Stile passen sehr gut zueinander. Ich spiele mit sehr schneller, variabler Rotation und mehr Platzierung, er spielt kraftvoller und härter", analysiert Boll.

Dass das "legendary pair", wie die Kombination Boll/Ma vom internationallen Tischtennis Verband (ITTF) bezeichnet wird, bei der WM zusammen spielen darf, ist neu. Erst im Vorjahr entschied die ITTF, gemischtnationale Duos in Doppel und Mixed nach 1999 wieder zuzulassen. "Solche Traum-Kombinationen wie Timo Boll/Ma Long hatten wir uns bei der Entscheidung gewünscht", meint ITTF-Präsident Thomas Weikert. "Ich weiß, dass Bundestrainer Jörg Roßkopf ein Jahr vor Olympia gern deutsche Doppel getestet und mich mit Patrick Franziska ins Rennen geschickt hätte. Doch dies ist eine besondere Chance, die einen Höhepunkt meiner Karriere darstellen wird", sagt Boll.

Die Partnerschaft wird auch von höchster Stelle begrüßt. "Das ist eine einzigartige Geste Chinas nicht nur gegenüber dem Deutschen Tischtennis Bund, sondern gegenüber dem gesamten deutschen Sport", sagt Weikert.

Boll setzt mit der Entscheidung für diese Art eines gemischten Doppels einen neuen Reiz. "Er ist noch konzentrierter bei der Trainingsarbeit", beobachtete Bundestrainer Jörg Roßkopf. Boll erklärt: "Ich will mich an Ma Longs Seite ja nicht blamieren." Vor dem Turnier werden sie zwei-, dreimal trainieren, dann muss es klappen. An der Platte tauschen sie sich mit ein paar Brocken Englisch, die der Chinese beherrscht, und Bolls Anfängerkenntnissen in Mandarin aus.

Quelle: RP
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