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Lokalsport
Bolls Rückkehr gelingt mit 3:0-Sieg

Düsseldorf. Borussias Star gibt beim klaren Sieg in der Champions League gegen Wels ein überzeugendes Comeback. Von Tino Hermanns

Für Kristian Karlsson war gestern ein ganz besonderer Abend. Das lag aber nicht daran, dass der Borussia-Neuzugang gegen SPG Walter Wels (Österreich) erstmals mit seinem neuen Verein ein Tischtennis-Champions-League-Spiel bestritt. An Auftritte in der Königsklasse ist der 25-Jährige gewöhnt, hat er doch mit seinem alten Verein AS Pontoise Cergy (Frankreich) die Champions League in der letzten Saison sogar gewonnen. Nein, Karlsson stand erstmals mit seinem sportlichen Vorbild Timo Boll in einem Team. Boll feierte nach seiner hartnäckigen Nackenverletzung, die er sich beim Mannschaftsbronzematch bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro zugezogen hatte, in der noch frischen Saison die Einsatzpremiere für seinen Verein.

Und die war von zweifachen Erfolg gekrönt: Boll gewann das Auftaktmatch der Partie gegen Mihai Bobocica, setzte die Borussia in die Erfolgsspur, und am Ende hatte der amtierende deutsche Vereinsmeister sein Heimspiel im Arag Center Court gegen den österreichischen Vizemeister mit 3:0 gewonnen. "Super, das wir 3:0 gewonnen haben, Die Partie hat gezeigt, wenn wir unseren Job machen, sind wir schwer zu schlagen", meinte Borussia Cheftrainer Danny Heister.

Für Boll war es das gefühlt 100. Comeback nach einem krankheits- oder verletzungsbedingten Ausfall. Dass er seine Saisonplanung aber komplett umstellen musste, damit hatte er nach Rio nicht gerechnet. Eigentlich hatte Deutschlands Tischtennis-Ikone beim Kontinentalvergleich Asien gegen Europa und den China Open mitspielen wollen, doch der Nacken machte einen dicken Strich durch diese Rechnung. So steht der 35-jährige Düsseldorfer erst seit knapp zwei Wochen wieder im Training und musste gestern bei seinem ersten Wettkampf zunächst einen Satz lang das Visier einstellen, Spin und Geschwindigkeit seiner Schläge justieren, aber dann war Bobocica chancenlos. Gleiches galt für dessen Mannschaftskameraden Wang Jian Jun gegen Karlsson. Der Schwede bewies eindrucksvoll, dass das neue Training bei Chefcoach Heister anschlägt. Seinen ehemaligen Pontoise-Mannschaftskameraden hatte Karlsson jederzeit im Griff. Des Borussen pfeilschnelle und punktgenaue Rückhand trieb den routinierten Chinesen zuweilen an den Rand der Verzweiflung. "Schnelle Schläge hatte Kristian schon immer. Jetzt hat er gelernt sie gezielt einzusetzen und auch mal einen etwas weicheren Ball einzuschieben", lobte dann auch Borussia-Manager Andreas Preuß.

Dass Borussias Österreicher Stefan Fegerl Walters Serben Zsolt Petö deutlich beherrschte, war keine Überraschung. Fegerl hat seine Anfangsnervosität aus den beiden ersten Bundesligapartien abgelegt und zeigt jetzt das, was er kann, eben richtig gut Tischtennis spielen.

Ergebnisse Timo Boll - Mihai Bobocica 3:1 (9:11, 11:5, 11:8, 12:10); Kristian Karlsson - Wang Jian Jun 3:0 (11:5, 11:7, 11:8); Stefan Fegerl - Zsolt Petö 3:1 (11:5, 11:8, 9:11, 11:8)

Quelle: RP
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