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Lokalsport
Borussia baut im Halbfinale auf Boll

Düsseldorf. Rechtzeitig zu der K.o.-Runde um die deutsche Meisterschaft ist der Tischtennis-Weltstar wieder fit. Nach dem überraschenden Einzug in die Play-offs müssen die Borussen im Halbfinale gegen den TTC Fulda-Maberzell ran. Von Tino Hermanns

Borussias Tischtennis-Weltstar Timo Boll (Zehnter der Weltrangliste) ist nach überstandener Virusinfektion wieder fit. "Es hat leider etwas länger gedauert. Jetzt bin ich wieder im Training und merke, dass es jeden Tag aufwärts geht", erläutert der 35-Jährige. Gerade rechtzeitig vor dem ersten Halbfinalspiel (morgen, 15 Uhr, Ernst-Poensgen-Allee 58) um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft gegen den TTC Fulda-Maberzell. Und sofort avanciert der Linkshänder auch mannschaftsintern zum Hoffnungsträger. "Timo ist der entscheidende Spieler. Macht er zwei Punkte, macht das unseren Job deutlich leichter", meint Bolls Mannschaftskamerad Sharath Kamal Achanta (57). Chefcoach Danny Heister warnt davor, sich hinter dem Star zu verstecken. "Jeder Spieler muss sich seiner Verantwortung bewusst sein. Alle müssen fokussiert sein und ihre Leistung abrufen", sagt Heister.

Dass Boll der entscheidende Mann beim Kampf um den Finaleinzug ist, ist auch den Hessen klar. "Timo ist nach seiner starken Erkältung noch nicht wieder bei 100 Prozent. Vielleicht ist das unsere Chance. Vor allem gegen ihn müssen wir am Sonntag voll angreifen", kündigt TTC-Akteur Ruwen Filus (42) an. Filus und seine Teamkameraden Wang Xi, Jonathan Groth (50) und Thomas Keinath (178) hätten lieber gegen den TTC Schwalbe Bergneustadt gespielt, doch die Borussia fing dank der Schützenhilfe des Post SV Mühlhausen die Schwalben kurz vor der Play-off-Ziellinie noch ab.

Ein bisschen trotzig reagierte Maberzell-Präsident Stefan Frauenholz auf den unerwarteten Gegner: "Um deutscher Meister zu werden, muss man sowieso jedes Team besiegen. Dann schlagen wir Düsseldorf eben schon im Halbfinale." Wohl wissend, dass die Statistik eindeutig für die Borussia spricht. Von den letzten zehn Begegnungen gewann der Rekordmeister neun, darunter je zwei Pokal- und Meisterschaftsendspiele.

Dass es kein Selbstläufer ist, die Erfolgsstatistik fortzuschreiben, ist jedem im Borussia-Lager klar. "Fulda ist, die gesamte Saison betrachtet, die konstanteste Mannschaft gewesen. Auch wenn wir auf dem Papier nach den letzten Ergebnissen vielleicht favorisiert sind - gerade die Finalspiele waren immer eng. Ich erwarte daher am Sonntag eine völlig offene Partie", sagt Manager Andreas Preuß.

Ob Heister nun Achanta, Patrick Franziska (47) oder Panagiotis Gionis (35) neben dem gesetzten Boll von Heister an den Tisch schickt, entscheidet sich frühestens heute Abend. "Eventuell kommt Fulda mit einer Kampfaufstellung, wechselt die Positionen einzelner Spieler. Das muss ich überlegen", erläutert der Chefcoach. "Wir dürfen uns aber nicht von taktischen Spielchen verwirren lassen, sondern werden auf uns, auf unsere Stärke bauen." Sein Team ist jedenfalls im Play-off-Modus. "Jeder weiß, im K.o.-System geht es in jedem Spiel um die Wurst. Ich bin gieriger als in der Bundesliga-Hauptrunde", versichert Boll. "Wichtig ist, dass wir beim Gegner keine Hoffnung aufkommen lassen, sondern ihn von Beginn an demoralisieren." Noch ist die Partie im Arag Center Court nicht ausverkauft. Eintrittskarten gibt es noch an der Tageskasse.

Quelle: RP
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