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Lokalsport
Borussia droht Aus in der Königsklasse

Düsseldorf. Im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League verliert der Tischtennis-Rekordmeister in eigener Halle gegen Pentoise mit 2:3. Morgen sind die Düsseldorfer in der Liga gefordert. Gegen den direkten Konkurrenten Bremen muss ein Sieg her. Von Tino Hermanns

Ungewöhnliches passierte im Arag CentreCourt. Der zweimalige Tischtennis-Weltranglistenerste Timo Boll verlor mit 0:3 Sätzen. Das passiert dem 34-jährigen Linkshänder eher selten. Doch nach seiner Knieoperation und anschließender Reha ist Boll noch nicht wieder der Alte. Da war der aktuelle Weltranglistenachte und Ex-Borusse Marcos Freitas eben noch zu stark. Am Ende des Hinspiels im Viertelfinale der Champions League- gegen AS Pontoise Cergy TT (Frankreich) setzte es für die Borussen eine 2:3 Niederlage. Nicht die beste Ausgangsposition für das Rückspiel (22. Januar).

Die Erfahrung zeigt, dass gegen den Tabellenführer der obersten französischen Liga nichts verloren ist, sondern jeder Satz zählt. In der letzten Saison erreichten die Tischtennis-Cracks der Borussia nach einer 1:3 Hinspielniederlage und dem 3:1 Rückspielerfolg das Champions League-Halbfinale wegen eines mehr gewonnen Satzes. Doch auch da sieht es nicht gut aus für die Borussen. Sechs gewonnenen Sätzen stehen elf verlorene gegenüber.

National ist die Borussia, selbst wenn sie nicht in stärkster Besetzung spielt und Normalform hat, oft stärker als die Gegner. Wie der Pokalsieg vom vergangenen Wochenende beweist. International allerdings, besonders wenn es gegen so profilierte Gegner wie den Champions League-Sieger 2014 geht, muss die Borussia Bestform haben, um gewinnen zu können. Beim Rückspiel haben die Düsseldorfer gar nichts mehr zu verschenken.

Gleiches gilt für die Tischtennis Bundesliga (TTBL). Die Ligatabelle jedenfalls legt es den Düsseldorfern nahe, möglichst alle Zähler mitzunehmen. Nach der Verletzungsserie an der alle vier Borussia-Spieler beteiligt waren, rangiert man lediglich auf Rang vier (12:12 Punkte), punktgleich mit dem SV Werder Bremen und dem TTC Schwalbe Bergneustadt auf den Plätzen fünf und sechs. So ist die morgige Partie zwischen der Borussia und den Bremern (15 Uhr, Ernst-Poensgen-Allee 58) eine Art Endspiel um den Einzug in die Play-offs. "Wir müssen Bremen schlagen, denn wir haben in den letzten sechs Bundesligaspielen keinen einzigen Punkt mehr zu verschenken", bestätigt Borussia-Manager Andreas Preuß.

Nachdem bei den Borussen sämtliche Knie, Oberschenkel, Trizeps und Gesäßmuskel wieder zusammengewachsen sind, steht Cheftrainer Danny Heister gegen die Hanseaten mit Rekordeuropameister Timo Boll, Panagiotis Gionis (Weltrangliste 24), Patrick Franziska (41) und Sharat Kamal Achanta (67) der kompletter Kader zur Verfügung. Deshalb und weil die Borussia das Hinspiel auch ohne Boll mit 3:1 gewann, sowie vor kurzem deutscher Pokalsieger wurde, geben sich die Bremer pessimistisch. "Düsseldorf ist hoher Favorit", meint SV-Teammanager Sascha Greber.

Heister nimmt die Favoritenrolle klaglos an. "Der Rückenwind nach dem Pokalsieg am vergangenen Wochenende hält an", bemerkt der Trainer. "Trotzdem müssen wir die Konzentration sehr hoch halten. Die Belastung in den vergangenen und kommenden Wochen ist sehr hoch, der Druck für die Spieler groß. Aber da müssen sie jetzt durch. Wir sind mittlerweile wieder stark und konstant genug, um Bremen erneut zu besiegen." Doch es ist klar, dass es ein schweres Spiel wird, denn auch die Bremer, Deutscher Meister 2013, wollen in die Play-offs.

Dabei ist ist Ex-Borusse Bastian Steger (37) die schärfste Waffe der Bremer. Der Nationalspieler führt mit einer Bilanz von 14:4 Siegen die individuelle TTBL-Rangliste an. Neben Steger kann SV-Coach Christian Tamas Constantin Cioti (137), Kirill Skachkov (66) und Hunor Szocs (150) einsetzen.

Klar ist, dass sich der Sieger dieser Partie etwas Luft im Kampf um den Einzug in die Meisterschaftsendrunde verschafft. Das sollte Motivation genug sein.

Quelle: RP
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