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Lokalsport
Borussia fühlt sich in Rio wie zu Hause

Düsseldorf. Bei Olympia ist der deutsche Tischtennis-Rekordmeister durch viele ehemalige und aktuelle Akteure vertreten. Im Mittelpunkt steht Fahnenträger Timo Boll, der bei der Auslosung aber Pech hatte. Von Tino Hermanns

Düsseldorf ist Tischtennis-Hauptstadt - das beweisen die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro erneut. Von den Top 20 der olympischen Starterliste haben acht bereits in Düsseldorf gespielt oder spielen demnächst für den deutschen Rekordmeister Borussia.

Nicht nur das: Alle sieben Spieler, die in den Spielzeiten 2015/16 und 2016/17 für den Tischtennis-Bundesligisten Borussia gegen den 2,7 Gramm schweren Plastikball geschlagen haben und schlagen werden, sind aktuell in Rio. Fahnenträger Timo Boll (siehe Bericht im überregionalen Sport) und Patrick Franziska sind für Deutschland aktiv, wobei Franziska nur Ersatzmann für die Mannschaft ist und die Düsseldorfer zum 1. Juli 2016 in Richtung 1. FC Saarbrücken verlassen hat. Die Borussia-Zugänge Kristian Karlsson und Anton Källberg greifen in Rio für Schweden zum Schläger, Stefan Fegerl für Österreich. Der "alte" Haudegen Sharath Kamal Achanta vertritt Indien und der inzwischen Ex-Borusse Panagiotis Gionis wird für Griechenland sein Bestes geben.

Für den aktuellen Weltranglisten-20. Fegerl ist seine Olympiateilnahme 2016 eine Premiere. "Es sind meine ersten Spiele überhaupt, ich freue mich sehr. Auch weil ich sowohl im Einzel als auch in der Mannschaft qualifiziert bin", erklärt der Österreicher. "Im Einzel schaue ich von Runde zu Runde, was möglich ist. Da will ich gar keine so große Prognose abgeben. In der Mannschaft haben wir bessere Karten, immerhin sind wir amtierender Europameister." Boll ist in Rio an Position zehn gesetzt, Fegerl an 16, Gionis an 19 und Karlsson an 20. Sie greifen erst am Sonntag ins olympische Spielgeschehen ein. Zum Beispiel muss Achanta (Weltrangliste 73), der im olympischen Ranking auf Position 44 geführt wird, bereits morgen antreten.

Die deutsche Olympia-Auswahl mit Boll und den Ex-Borussen Dimitrij Ovtcharov, Bastian Steger und Franziska sowie die österreichische Nationalmannschaft mit Fegerl bereiteten sich gemeinsam im Deutschen Tischtennis Zentrum am Staufenplatz auf die Wettbewerbe in Rio vor und spielten als letzten Leistungstest beim Allstar Day in einem Länderspiel gegeneinander.

"Es war ein wichtiger Test. Im Training ist so etwas schwer zu simulieren", erläutert Boll. Er gewann gegen Daniel Habesohn. Fegerl unterlag dem Ex-Borussen Ovtcharov, und das Doppel Steger/Boll gewann gegen Chen Weixing/Habesohn. "In Rio wollen wir natürlich das Maximum rausholen. Aber Olympia ist für alle Sportler ein besonderes Highlight. Alle werden top vorbereitet sein. Wir sind es auch", meint Ex-Borusse und Bundestrainer Jörg Roßkopf. "Wir hatten eine gute Vorbereitungswoche in Düsseldorf. Für die Spieler gibt der Sieg gegen Österreich noch einmal Selbstvertrauen. Meine Mannschaft wird in Rio in Top-Form sein."

Die größte Chance auf eine Medaille wird im Vorfeld Timo Boll zugeschrieben, der jedoch bei der Auslosung keine Glückssträhne erwischte. Diese ergab, dass Borussias Linkshänder bereits im Viertelfinale auf Ma Long aus China träfe. Der Ausnahmekönner steht derzeit auf der Nummer eins der Weltrangliste und geht in Rio als Topfavorit ins Rennen.

Quelle: RP
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