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Lokalsport
Borussia hängt Konkurrent Bremen ab

Düsseldorf. Zwei Tage nach der 2:3-Niederlage im Hinspiel des Champions-League-Viertelfinales gegen Pontoise landen die Tischtennis-Profis einen wichtigen Sieg. Das 3:0 gegen Werder bringt sie im Kampf um die Play-offs voran. Von Tino Hermanns

Es war ein ungemein wichtiger Erfolg. Der 3:0-Sieg der Borussia im Spiel der Tischtennis-Bundesliga (TTBL) gegen den SV Werder Bremen verschafft den Düsseldorfern ein wenig Luft im Kampf um die Play-off-Plätze. "Nicht nur der Sieg, sondern auch die Höhe sind wichtig. Es kann sein, dass am Saisonende das Matchverhältnis über den vierten und letzten Play-off-Platz entscheidet", erläutert Cheftrainer Danny Heister. Vor dem Spieltag waren die Düsseldorfer, Bremen und der TTC Schwalbe Bergneustadt mit 12:12 Zählern punktgleich. Jetzt sind die Borussen mit 14:12 Punkten Tabellenvierte, während Bergneustadt - durch die 1:3-Niederlage gegen Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken TT - und die Hanseaten eine negatives Punktekonto aufweisen.

Trotz des deutlichen Erfolgs ist die Freude beim deutschen Rekordmeister allerdings nicht ungetrübt, denn es gibt wieder Sorgen um Timo Bolls Gesundheit. Nach seinem mühsamen 3:1 über Hunor Szöcs hatte Heister seinen Superstar zur Pause vorsichtshalber aus dem Team genommen. Hätte es ein viertes Match gegeben, wäre Patrick Franziska für Boll an den Tisch gegangen. "Man sieht, dass Timo nach seiner Knieoperation noch nicht der Alte ist", erklärt Heister. Boll fehlt noch körperliche und mentale Frische und Spritzigkeit. So war der Erfolg des zweimaligen Weltranglisten-Ersten über die aktuelle Nummer 150 der Tischtennis-Welt ein glanzloser Arbeitssieg.

Die 1100 Zuschauer im ausverkauften Arag-Center-Court wurden aber durch den glanzvollen Auftritt von Panagiotis Gionis (Weltrangliste/WR 24) entschädigt. Der Grieche ließ dem bis dahin erfolgreichsten TTBL-Spieler Bastian Steger (WR 37) keine Chance. Gionis' Abwehr- und Konterkünste ließen den Bremer nahezu verzweifeln. Steger versuchte alles, spielte seine Aufschläge mal lang, mal kurz, mal schnell, mal langsam, mal mit Sidespin, mal glatt. Aber wie beim alten Hase-und-Igel-Spiel war Gionis immer bereit und hatte meist die bessere Antwort parat. "Meine drei Jungs haben klasse gespielt, aber vor allem Panos hat eine sehr starke Leistung gebracht gegen Bastian Steger. Das gibt auch ihm wieder einiges an Selbstbewusstsein", lobte Heister die varietéreife Vorstellung seiner Nummer zwei.

Den Abschluss bildete ein typischer Achanta. Der Inder im Düsseldorfer Trikot kann anscheinend nicht anders, als fünf Sätze zu spielen. Gegen Kirill Skachkov (WR 66) gewann Sharath Kamal Achanta (WR 67) locker Satz eins, verlor etwas die Spannung und Konzentration und somit auch die Durchgänge zwei und drei. So baute Achanta selber Druck auf, gewann den Fokus zurück und schließlich das gesamte Match. "Vor meinem Muskelabriss im hinteren Oberschenkel war ich schneller. Aber jetzt habe ich mir andere Mittel erarbeitet", berichtete Achanta breit lächelnd.

Das 3:0 gibt Selbstvertrauen, auch im Hinblick auf das Rückspiel im Champions-League-Viertelfinale bei AS Pontoise Cergy TT (Frankreich) am Freitag. Die Borussen können es nach der 2:3 Hinspielniederlage brauchen.

ERGEBNISSE:

Timo Boll - Hunor Szöcs 3:1 (13:11, 11:4, 3:11, 11:5). Panagiotis Gionis - Bastian Steger 3:0 (11:3, 11:7, 11:8). Sharath Kamala Achanta - Kirill Skatchkov 3:2 (11:7, 9:11, 9:11, 11:8, 11:3).

Quelle: RP
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