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Lokalsport
Borussia holte die Titel 63 und 64

Düsseldorf. Am 9. Januar wollen die Düsseldorfer Tischtennisspieler den Pokal gewinnen und ihren 65. Titel feiern. Von Tino Hermanns

Borussia ist ein Phänomen. So richtig kann es keiner erklären, dass die Tischtennis-Cracks vom Staufenplatz weiterhin Düsseldorfs erfolgreichster Verein sind. Seit Jahren zieht sich die unsägliche Verletzungsmisere wie ein roter Faden durch die Saison und dennoch sammeln Timo Boll, Panagiotis Gionis, Patrick Franziska und Sharat Kamal Achanta Meisterschaften und Pokalsiege wie andere Briefmarken.

Auch das Jahr 2015 war für die Borussia geprägt vom Wechsel zwischen Hiobsbotschaften und Jubel über gewonnene Titel. So musste Franziska bis Mitte Februar pausieren, weil er sich noch von einem Syndesmosebandriss erholen musste. Vier Wochen später gewann der damals noch 22-Jährige an der Seite von Boll den Doppel-Titel bei den German Open. Etwas überraschend, weil auch Boll sich zuvor wegen einer Verletzung am Hüftbeuger eine Trainings- und Wettkampfpause gönnte. Da spielte Gionis trotz einer Bauchmuskelzerrung in der Tischtennis Bundesliga (TTBL). Einzig Achanta schien die "Fitnesskonstante" zu sein. "Kamal ist bei uns der Mann für besondere Fälle", meinte Manager Andreas Preuß.

Nur gut, dass die Düsseldorfer da schon den Sieg im Deutschen Pokal in der Tasche hatten. Das war insgesamt Titel Nummer 63. Doch der 64. sollte noch folgen, denn die Deutsche Meisterschaft holte das Quartett auch an den Rhein. Dabei bot das "Kleeblatt" besonders im Halbfinale gegen Saarbrücken puren Nervenkitzel. Nach einer 0:3 Niederlage im Hinspiel zogen die Düsseldorfer dennoch ins Finale ein, indem sie die Saarländer mit 3:0 bezwangen und das bessere Satzverhältnis erspielten. Da schien der 3:1-Erfolg im Finale über Fulda-Maberzell fast ein Spaziergang zu sein.

Gegen Fulda stand Achanta gezwungenermaßen nicht im Team, denn der Inder hatte sich bei der WM eine Muskelabriss hinteren rechten Oberschenkel zugezogen. So verpasste er auch das Champions League-Finale, in das sich die Borussen ähnlich "Hitchcock-verdächtig" wie ins DM-Endspiel gespielt hatte. Und in den Finals gegen Orenburg (Russland) setzten die Düsseldorfer noch einen drauf. Nach dem 3:1-Hinspielsieg hatte das Team die "Hand am Pott". Nur der wurde in Russland dann so heiß, dass sich die Borussen die Finger verbrannten und 0:3 unterlagen. Titel 65 wurde ihnen verwehrt.

Der soll jetzt am 9. Januar 2016 folgen, denn trotz anhaltender Verletzungsmisere - Franziska hatte zwei Muskelfaserrisse, Boll musste sich einer Knie-Op unterziehen und Gionis fiel wegen Oberschenkelproblemen aus - sind die Düsseldorfer nicht erfolglos. In der Champions League haben sie das Viertelfinale erreicht. "Es ist nicht alles ganz optimal verlaufen bis jetzt. Aber wir stehen immer noch ganz gut da. Wir haben viele Verletzungen gehabt. Ich hoffe, dass es jetzt wieder aufwärts geht", meint Borussia-Coach Danny Heister. Dafür wird nach einer Woche "Weihnachtsurlaub" seit Sonntag wieder mit allen trainiert. Auch, um für das Bundesligaspiel am 3. Januar gegen den TTC RS Fulda-Maberzell fit zu sein. Punkte in der Bundesliga sind bitter nötig, denn dort schwächelt der Rekordmeister bedenklich. Aktuell stehen die Borussen in der Tabelle auf Position fünf, also einen Rang hinter den Play-off-Plätzen. Da ist noch Luft nach oben. Aber mit "Höhenluft" haben die Borussen erfahrungsgemäß keine Probleme.

Quelle: RP
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