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Lokalsport
Borussia nach Gala so gut wie im Finale

Düsseldorf. Der Tischtennis-Rekordmeister, der das Halbfinale nur dank Schützenhilfe erreicht hat, brilliert gegen Fulda und feiert einen beeindruckenden 3:0-Sieg. Im Rückspiel reicht den Düsseldorfern schon ein Satzgewinn zum Einzug ins Endspiel. Von Tino Hermanns

Die Borussia steht mit beiden Beinen, dem Rumpf, Kopf, zwei Armen und einer Hand im Finale der Deutschen Tischtennis-Meisterschaft der Herren. Obwohl noch das Halbfinal-Rückspiel beim TTC Rhönsprudel Fulda-Maberzell aussteht, glaubt niemand mehr daran, dass die Nordhessen noch das Endspiel erreichen. Der Grund ist das 3:0 mit 9:0 Sätzen und 99:55 Punkten, dass die Düsseldorfer zum Auftakt der Vorschlussrunde vor heimischem Publikum auf die Platte zauberten.

"Das ist einfach der Wahnsinn, mir fehlen die Worte. Es war ein unglaubliches Spiel. Alle haben wirklich super gespielt. Da kann nicht mehr viel passieren", sagte Borussia-Chefcoach Danny Heister, der für seine zurückhaltend-realistischen Einschätzungen bekannt ist. Deshalb warnte er auch vor dem Rückspiel. "Wer mich kennt, weiß, dass ich immer von Spiel zu Spiel denke, und wir müssen zum Finaleinzug noch eine Partie bestreiten. Ich bin sicher, Fulda wird noch etwas versuchen." Nur was, das weiß wahrscheinlich selbst Maberzell-Coach Meng Qing Yu nicht. "Wir waren einfach chancenlos", urteilte Yu. "Die Chancen im Rückspiel stehen jetzt bei null Prozent, das ist bitter, aber leider so gelaufen."

An das Hinspiel werden Heister und alle Borussen liebend gerne denken, denn Timo Boll (Weltrangliste 10), Patrick Franziska (47) und Sharath Kamal Achanta (57) boten eine Gala-Verstellung. Wahrscheinlich war es die beste Saisonleistung. Jeder Einzelne der Maberzeller war total überfordert.

Die Borussia-Gala begann mit Timo Boll. Obwohl er noch sichtlich von einer gerade überstandenen Virusinfektion geschwächt war und maximal 80 Prozent seines Leistungsvermögens abrufen konnte, zeigte er seine taktische Klasse. Nicht mit Gewalt, sondern mit Gefühl und präzise platzierten Bällen stellte er Jonathan Groth (50) vor unlösbare Aufgaben. "Wichtig ist, dass wir beim Gegner keine Hoffnung aufkommen lassen, sondern ihn von Beginn an demoralisieren", hatte der Linkshänder vor der Partie gefordert.

Was folgte, war der letzte Auftritt von Franziska als Borusse vor heimischem Publikum. Der 23-Jährige, der nach Saarbrücken wechselt, zeigte eine beeindruckende Abschiedsvorstellung. Er überließ dem TTC-Spitzenspieler Wang Xi gerade mal 18 Punkte in drei Sätzen. "Im Training läuft es schon seit langem gut. Jetzt merke ich, dass ich das auch langsam im Wettkampf zeigen kann", erklärte Franziska.

Den Schlusspunkt setzte Achanta gegen den in der Weltrangliste 15 Plätze besser notierten Ruwen Filus. Borussias Inder nutzte jede noch so kleine Schwäche gegen den Abwehrspieler und zerschmetterte die letzten Maberzeller Hoffnungen auf einen Satzgewinn. "Wir haben jetzt eine ganz gute Ausgangsposition für das Rückspiel", resümierte ein breit grinsender Franziska. Das Rückspiel steigt am 24. April in Fulda.

Quelle: RP
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