| 00.00 Uhr

Lokalsport
Borussia schafft es doch noch

Düsseldorf. Die Düsseldorfer gewinnen beim ASV Grünwettersbach mit 3:0. Damit hat sich der Tischtennis-Rekordmeister dank der Schützenhilfe des PSV Mühlhausen für die Play-offs qualifiziert und trifft dort auf den TTC Fulda-Maberzell. Von Tino Hermanns

Der Tischtennis-Gott, jedenfalls der bundesdeutsche, muss wenigstens Borussia-Fan, wenn nicht gar Mitglied sein. "Er bekommt im Halbfinalhinspiel die goldene Ehrennadel und wird Ehrenmitglied", scherzte ein aufgeräumter Borussia-Manager Andreas Preuß. Zuvor war der deutsche Rekordmeister nur aufgrund der Schützenhilfe des Post SV Mühlhausen noch in die Play-offs der Tischtennis Bundesliga (TTBL) gerutscht. Am letzten Spieltag mussten die Borussen den ASV Grünwettersbach bezwingen und zeitgleich musste der Tabellenachte aus Mühlhausen beim Vierten TTC Schwalbe Bergneustadt gewinnen. Nur dann konnte der amtierende Meister noch an den Schwalben vorbei ins Halbfinale fliegen.

Angemessen konzentriert, engagiert und kampfbereit gingen Sharat Kamal Achanta (Weltrangliste 57), Panagiotis Gionis (35) und Timo Boll (10) zu Werke. Weder Samuel Walker (118) noch Joao Geraldo (81) noch Alvaro Robles (119) hatten dem Düsseldorfer Siegeswillen und der Spielkultur etwas Entscheidendes entgegen zu setzen. Nach etwas mehr als 90 Minuten, inklusive 15 Minuten Pause, hatte das Team von Cheftrainer Danny Heister ihre Aufgabe erfüllt. Doch anstatt durchzuatmen stieg die Anspannung der Borussen von Minute zu Minute, denn die Hoffnung weigerte sich über mehrere Stunden, zu sterben.

Mit Ende der Borussia-Partie stand es in Bergneustadt 0:2. Borussias Hoffnungen setzten zum Höhenflug an. Denn SV-Akteur Bohumil Vozicky führte im dritten Einzel mit 2:1 Sätzen gegen den Ex-Borussen und jetzigen TTC-Spieler Ricardo Walter. Vozicki verlor noch. Als dann auch noch Ex-Borusse Lars Hielscher gegen Steffen Mengel verlor und Bergneustadt zum 2:2 ausgleichen konnte, waren die Hände feucht, das Herz pumpte mit 120 Schlägen die Minute das Adrenalin durch die Adern des Trainers. Doch als Ovidiu Ionescu Benedikt Duda um genau 18.58 Uhr in vier Sätzen bezwungen hatte, waren Sätze wie "Das ist ja der Wahnsinn" in aller Borussen Munde. "Wir sind ausgerastet und mussten an die nächste Raststätte fahren, um in Ruhe jubeln zu können", erläuterte Heister. "Wir sind froh, dass wir drin sind."

Hielscher, der zur Borussia-Trainingsgruppe zählt, gehörte zuletzt zu den beliebtesten Gesprächspartnern der gesamten Borussia-Crew. Als Motivationshilfe wurden sogar ein paar Sachpreise ausgesetzt. "Um ehrlich zu sein, ich habe nicht daran geglaubt. Deswegen habe ich Lars Hielscher auch nur einen Latte Macchiato aus unsere Kaffeemaschine versprochen", so Preuß. Etwas mehr Arbeit muss hingegen Heister investieren. "Lars bekommt jetzt innerhalb der nächsten drei Monate zwölf Fußmassagen von mir", meint der Cheftrainer. "Ein paar Bierchen an ihn und sein Team gibt es aber bestimmt auch noch." Die müssen die Mühlhausener aber ohne die Borussen trinken. "Wir sind heiß und wollen die Meisterschaft jetzt verteidigen", so Heister.

Ergebnisse: Samuel Walker - Sharat Kamal Achanta 1:3 (6:11, 11:4, 5:11, 7:11); Joao Geraldo - Panagiotis Gionis 0:3 7:11, 5:11, 4:11); Alvaro Robles - Timo Boll 0:3 (3:11, 9:11, 5:11).

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Borussia schafft es doch noch


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.