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Lokalsport
Borussia steht vor Bewährungsprobe

Düsseldorf. Der Tischtennis-Bundesligist muss in seinem ersten Saisonspiel gegen Ochsenhausen auf Timo Boll verzichten. Das eröffnet der neuformierten Mannschaft jedoch die Möglichkeit, sich direkt gegen einen Top-Verein zu beweisen. Von Tino Hermanns

Das fängt ja gut an: Zum Saisonauftakt in der Tischtennis-Bundesliga gegen die TTF Ochenhausen (morgen, 15 Uhr) fällt bei Borussia Spitzenspieler Timo Boll (Weltrangliste 13) angeschlagen aus. Beim Spiel um Bronze im Mannschaftswettbewerb der Olympischen Spiele in Rio de Janeiro sprang dem 35-Jährigen ein Nackenwirbel heraus. Dennoch spielte er weiter, machte sogar den Siegpunkt und sicherte der deutschen Auswahl Edelmetall.

"In Rio habe ich sofort schmerzstillende Spritzen bekommen. Es war alles betäubt", erläutert Boll. "Danach habe ich einige Probleme bekommen. Langsam geht es aber wieder aufwärts." Das machte auch einen dicken Strich durch Bolls nacholympisches Arbeitsprogramm. Eigentlich hätte er beim Prestigekampf Europa gegen Asien und anschließend bei den China Open mitspielen sollen. Doch der Nacken verhinderte das. Erst gestern stieg der Linkshänder wieder ins Training ein.

Borussias Chefcoach Danny Heister bereitet der Ausfall seiner Nummer eins im ersten Spiel der "Mission Titelverteidigung" keine schlaflosen Nächte. "Timo war an den ersten beiden Spieltagen sowieso nicht eingeplant. Da hätte er ja in China sein sollen", erklärt Heister. "Dass er jetzt hier ist, ist sogar ein Vorteil für uns." Für die Begegnung in Oberschwaben sind daher Sharath Kamal Achanta (76) sowie die Zugänge Stefan Fegerl (21), Kristian Karlsson (27) und Anton Källberg (84) am Start. "Wir müssen diesem Team etwas Zeit zum Eingewöhnen geben. Aber ich glaube, die Mannschaft ist stärker als im Vorjahr. Wir haben ein sehr gutes Grundniveau und viel Luft nach oben", meint Manager Andreas Preuß.

Wie stark er ist, kann das Team direkt beweisen, denn Ochsenhausen ist nach dem lockeren 3:0 im ersten Saisonspiel Tabellenführer. Die Tischtennis-Freunde aus Ochsenhausen demonstrierten damit ihre Play-off-Ambitionen. Dabei profitierten die Oberschwaben auch von der Spielberechtigung des Brasilianers Hugo Calderano für Portugal, so dass der in der Weltrangliste mittlerweile auf Platz 31 geführte 20-Jährige als EU-Ausländer gleichzeitig mit dem Japaner Yuto Muramatsu spielen darf. Muramatsu hat am vergangenen Wochenende bei den Czech Open sowohl den Herren- als auch den U21-Titel gewonnen und rangiert in der Weltrangliste nur zwei Plätze hinter Calderano. Und dann haben die Ochsenhausener in Simon Gauzy auch noch die Nummer 18 der Weltrangliste im Kader.

Das wird für die Borussen, die am ersten Meisterschaftsspieltag spielfrei hatten, kein lockerer Spaziergang. Sie sind ja auch noch wegen der TTBL-Ergebnisse aus der vorigen Saison gewarnt. Da verloren die Düsseldorfer beide Hauptrundenbegegnungen. Den Meistertitel sicherten sie sich aber letztlich doch. "Ich bin aber vor allem sehr gespannt auf unsere Mannschaft und freue mich auf die kommende Saison mit neuen, jungen, hungrigen Spielern", sagt Heister, "und darauf, wie sie mit dem in Düsseldorf üblichen Erfolgsdruck umgehen."

Quelle: RP
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