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Lokalsport
Borussias Zugang Fegerl lebt seinen Traum

Düsseldorf. Der österreichische Tischtennis-Profi will mit den Düsseldorfern möglichst viele Titel sammeln. Dafür steckt seine Familie zurück. Von Tino Hermanns

Das hatte sich Stefan Fegerl anders gewünscht. Der Borussia-Zugang, Fegerl ist hinter Tischtennis Weltstar Timo Boll die neue Nummer zwei im Bundesligakader, hat sein erstes Pflichtspiel im Düsseldorfer Trikot verloren. Ihn ärgert nicht nur, dass er und seine Kollegen im ersten Ligaspiel der Saison den TTF Ochsenhausen unterlagen. "Das war wahrlich kein optimaler Start. Ich hatte mir einiges vorgenommen, aber es ist schlecht gelaufen", erläutert Fegerl. "Die Ziele bleiben aber unverändert." Eines dieser Ziele lautet für den Österreicher: "Ich will mit der Borussia die besten Jahre meines Lebens verbringen." Und dazu gehören auch Titelgewinne.

Aktuell ist Fegerl die Nummer 21 der Weltrangliste. Auf dem Weg dahin hat er unter anderem bei den Polish Open Chinas Olympiasieger Zhang Jike bezwungen und ist erst im Finale Jikes Landsmann Fan Zhendong knapp mit 3:4 unterlegen. Er schätzt diese Leistung höher ein als seine beiden Europameistertitel 2015. "Das war auch ein Wahnsinns-Turnier, weil ich vor allem in den Mannschaftskämpfen gut gespielt habe und bei den knappen Partien immer das fünfte und entscheidende Spiel gewonnen habe."

Nicht schlecht für einen Früheinsteiger, der dennoch ein Spätberufener ist. "Ich war zwei oder drei Jahre alt, als mein älterer Bruder eine Tischtennisplatte geschenkt bekam, seitdem habe ich den Schläger in der Hand", erklärt der 28-Jährige. "Ich habe aber erst mit 16 angefangen, täglich zu trainieren." Mit erstaunlichen Ergebnissen. Schon mit 17 stand er in der Auswahl des Bundeslandes Oberösterreich, mit 22 wurde er in die Werner-Schlager- Akademie in Wien aufgenommen. "Ich gehe davon aus, dass meine Leistungsentwicklung noch nicht abgeschlossen ist. Genau deshalb bin ich zur Borussia gegangen," erklärt Fegerl. "Als der Anruf aus Düsseldorf kam, war ich überrascht, sprachlos und fühlte mich geehrt."

Einziger Haken an seinem neuen Engagement ist, dass er deutlich weniger Zeit für Frau und Kind, die beide nach wie vor in Wien leben, aufbringen kann. Doch das akzeptiert seine Gemahlin Li Qiangbing, eine österreichische Tischtennis-Nationalspielerin chinesischer Herkunft. "Jetzt den Schritt ins Ausland zu machen, ist genau der richtige Zeitpunkt. In drei, vier Jahren hätte ich nicht mehr wechseln zu brauchen", stellt Fegerl klar.

So arbeitet er jetzt konsequent an seinen sowie Borussias Zielen. Das nächste: Ein Sieg am Sonntag gegen den TTC Grenzau (15 Uhr, Ernst-Poensgen-Allee).

Quelle: RP
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