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Lokalsport
Deuß wird für SC West zum Derbyhelden

Düsseldorf. Der Stürmer wird spät eingewechselt und schießt den TV Kalkum-Wittlaer an das Tabellenende der Fußball-Oberliga. Von Christoph Zabkar

Im Jahr 2016 war von Simon Deuß ein wenig Geduld gefordert. Der Stürmer des Fußball-Oberligisten SC West hatte sich kurz nach der Wintervorbereitung eine starke Grippe eingefangen und kam in den vergangenen Partien daher nur zu Kurzeinsätzen. Auch im Lokalduell gegen den TV Kalkum-Wittlaer saß der 25-Jährige zunächst nur auf der Bank, ehe er in der Schlussphase eingewechselt wurde und den goldenen Treffer zum 1:0 erzielte.

Das Derby zwischen dem TVKW und SC West war das zu erwartende enge Kräftemessen. Während bei den Gastgebern die kurzfristigen Ausfälle von Pascal Grambow und Matthias Fenster sowie die frühe Verletzung von Stephan Bork (12.) TVKW-Coach Giuseppe Montalto zur Umstellung zwangen, setzte SCW-Trainer Marcus John weiterhin auf die Doppelspitze Dennis Ordelheide und Abdelkarim Afkir. Vor allem Letztgenannter sorgte in der Anfangsphase für Wirbel, blieb im Abschluss jedoch ohne Glück.

Wegen des anwachsenden Drucks der Westler hob Montalto die tiefe Staffelung auf und stellte auf ein hohes Pressing um. Die takttische Variante schien zu fruchten, denn plötzlich bekam der Tabellenvorletzte immer mehr Zugriff auf das Geschehen. Zwei gefährliche Abschlüsse von Pascal Ryboth und Johannes Brors waren die Folge.

Auch im zweiten Spielabschnitt kamen beide Teams zu ihren Chancen und schnell wurde deutlich, dass der erste Treffer des einen Teams den K.O. für das andere Team bedeuten würde. Nachdem sich der SCW diesem Gnadenstoß zweimal annäherte - Ordelheide traf den rechten, Afkir den linken Pfosten - brachte John Joker Deuß aufs Feld. "Simon macht aus zwei Chancen ein Tor", sagte der 41-Jährige. Tatsächlich köpfte Deuß bei seiner ersten Aktion ausgerechnet den eigenen Mitspieler an, ehe er beim zweiten Versuch den Ball kurz abtropfen ließ und anschließend aus 16 Metern sehenswert ins rechte Ecke platzierte (85.).

"Wir mussten am Ende volles Risiko gehen, denn ein Punkt hätte uns nicht weitergeholfen", sagte Montalto, der gegen Ende auf eine Dreierkette umstellte. Doch genau darauf hatte sein Gegenüber spekuliert. "Zum Schluss waren enorme Räume da, das haben wir uns erhofft", meint John. Sein Team ist nun mit 30 Punkten Elfter, während Wittlaer an das Tabellenende rutscht und auf "ein Wunder" hofft.

Quelle: RP
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