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Lokalsport
"Die Konstellation ist ein Traum"

Lokalsport: "Die Konstellation ist ein Traum"
Publikumsliebling Mikkel Tarp Moldrup (links) ballt nach dem Sieg die Faust. Die Macher Thomas Koblenzer (oben) und Peter Kluth präsentieren das Projekt. FOTO: woi/ths (2)
Düsseldorf. Die Handballspielgemeinschaft Neuss/Düsseldorf startet in der kommenden Saison als Aufsteiger in der zweiten Liga unter dem Namen Rhein Vikings. Die Erwartungen sind groß, die Vorfreude noch größer. Von Thomas Schulze

Der Sekt steht kalt. Nach der überraschenden Niederlage des einzigen Konkurrenten Eintracht Hagen kann der Neusser HV bereits heute Abend (20 Uhr) beim Leichlinger TV die Meisterschaft und damit den Aufstieg in die zweite Handball-Liga perfekt machen. Dazu müsste Hagen aber einen Punkt abgeben. "Wenn nicht, ist das auch nicht schlimm", sagt Thomas Koblenzer, der Finanz-Chef des NHV. "Dann feiern wir den Aufstieg eine Woche später in heimischer Halle."

Es wird allerdings die letzte ganz große Feier in der Halle Hammfeld sein. Denn die Spielstätte ist für die zweite Liga untauglich. Und weil die Stadt Neuss über keine Halle verfügt, die für Zweitliga-Handball zugelassen ist und auch keine entsprechend herrichten will, kommt eine Option zum Tragen, die seit 2014 vorbereitet wird: Der Neusser HV und der ART Düsseldorf bilden eine Spielgemeinschaft unter dem Namen HC Rhein Vikings.

FOTO: Thomas Schulze

"Die Konstellation ist ein Traum", sagt Koblenzer. Der Jura-Professor ahnte vor drei Jahren natürlich nicht, dass die von ihm und seinen Mitstreitern gründlich vorbereitete Kooperation, die zunächst einmal auf drei Jahre angelegt ist, gleich in der zweiten Liga beginnen würde. Was im Nachhinein einfach und plausibel klingt, bedurfte guter Vorbereitung. Düsseldorf hatte die für professionellen Leistungssport hervorragenden Spielstätten und eine seit Jahren exzellente Nachwuchsarbeit, Neuss eine Herrenmannschaft in der dritten Liga. Koblenzer und Peter Kluth, Düsseldorfs Vordenker in Sachen Sportstadt, steckten die Köpfe zusammen, entwickelten ein Konzept und brachten Mitglieder und Fans beider Vereine hinter sich.

"Unser Vorteil ist, dass wir erst die Strukturen geschaffen haben. Jetzt kommt der sportliche Erfolg hinzu", sagt Koblenzer. "Oft ist es umgekehrt, dass der Erfolg da ist, aber die Strukturen nicht, und dann erleidet man Schiffbruch." So aber sieht er den HC Rhein Vinkings bestens gerüstet für das Abenteuer Profi-Handball. "In keiner anderen Mannschaftssportart ist der Erfolg so gut planbar wie im Handball", sagt er. Den Klassenerhalt hält er für realistisch, wobei er nicht nur auf Publikumsliebling Mikkel Tarp Moldrup im Tor setzt, sondern auf ein starkes Team.

FOTO: Woitschützke Andreas

Peter Kluth ist zuversichtlich, aber zurückhaltender. "Das wird kein Selbstläufer, sondern das ist eine große Herausforderung", sagt er. "Wir haben drei Aufgaben: Wir müssen menschlich klar kommen, die Zuschauer gewinnen und das Ganze solide finanzieren." In letzterem Punkt befinden sich die Wikinger bereits auf einem guten Weg. Der Etat beträgt 1,2 Millionen Euro für die Herren und den Nachwuchsbereich. Spitzenmannschaften haben in der zweiten Liga allerdings eine halbe Million Euro mehr zur Verfügung. Acht Sponsoren dürfen auf das Trikot, wobei der Hauptsponsor eine sechsstellige Summe einbringen muss. Die Zuschauerresonanz ist die große Unbekannte. In Neuss wurde der Schnitt in den vergangenen zehn Jahren von 50 auf 550 Besucher gesteigert. Im Düsseldorfer Castello sind zunächst einmal 1000 Fans pro Spiel das Ziel.

Für Koblenzer ist das aber nur eine Zwischenstation. "Wir wollen ein Vakuum füllen", sagt er und nimmt die Bundesliga in den Blick. Früher habe es im Westen mit Düsseldorf, Essen, Solingen, Dormagen und Gummersbach fünf Erstligisten gegeben. "Ich denke nicht als Neusser oder Düsseldorfer, sondern als Handballer der Rhein-Metropolregion."

Quelle: RP
 
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