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Lokalsport
Düsseldorfer Judoka zielt auf Gold in Tokio ab

Düsseldorf. Momentan bringt Johannes Frey noch Schülern den Judosport näher. Sein Bruder tritt morgen beim Grand Prix an. Von Tino Hermanns

Eigentlich wollte Johannes Frey vom Judoclub 71 gar nicht zu diesem Sport. "Ich hatte etwas Angst", berichtet der heute 19-Jährige. "Dann bin ich aber doch gegangen, und es war die richtige Entscheidung." Der und Angst? Unvorstellbar. Frey ist über 1,90 Meter groß, wiegt knapp 100 Kilo, von denen scheinbar 90 Prozent aus Muskulatur bestehen. Frey ist ein Modellathlet und hat seine Kraft bereits medaillenbringend eingesetzt. Zwei dritte Plätze bei U21-Europacups brachten ihm die Nominierung für die U21-Weltmeisterschaft 2015 und den Titel Düsseldorfer Juniorsportler des Jahres 2015 ein.

Zusammen mit seinem Heimtrainer Lukas Krautmacher verfolgt der Hüne ein Ziel. "2020 will ich bei den Olympischen Spielen in Tokio dabei sein. Mein Ziel ist aber nicht nur die Teilnahme, sondern dann will ich auch Gold gewinnen", sagt Frey.

Noch muss er die große Bühne seinem Bruder Karl-Richard Frey überlassen. Der ist Vize-Weltmeister, auf einem guten Weg zu den Olympischen Spielen in diesem Jahr in Rio de Janeiro und morgen in der 100-Kilo-Klasse beim Judo Grand Prix in der Mitsubishi Electric Halle mit von der Partie. Johannes muss sich noch mit der kleinen Bühne, wie dem Judo-Training des Talentzentrums Düsseldorf, begnügen.

In den dritten und vierten Klassen erhalten Düsseldorfer Sporttalente im Talentzentrum wöchentlich ein sportartübergreifendes Training. Mit vielfältigen Bewegungsformen wird die allgemeine athletische Grundausbildung gefördert und der frühen Spezialisierung in einzelnen Sportarten entgegengetreten. Im Rahmen des Judo Grand Prix wurde der japanische Kampfsport intensiver vorgestellt, und Frey war gerne dabei. "Meinen Sport Kindern zu zeigen, ist immer toll. Ich denke, Kinder finden es beeindruckend, jemanden zu sehen, der es bis in die Nationalmannschaft geschafft hat. Das ist bestimmt motivierend, und vielleicht bleiben ja ein paar der Kids dem Judo treu", erklärt Johannes Frey.

Seine Gedanken in diese Richtung gingen auf, denn jedes der neun- und zehnjährigen Grundschulkinder, die es zum Frey'schen Training in den Sportpark Niederheid geschafft hatten, wollte einmal gegen ihn antreten. Mit großen Augen bewunderten die Kids die von Krautmacher und Frey demonstrierten verschiedenen Wurftechniken und ließen sich vom "großen Mann" bereitwillig durch die Luft wirbeln.

Der Spaß für Frey endet morgen, dann fiebert er mit seinem Bruder in der Mitsubishi Electric Halle mit. Und ab Montag ist der jüngste der drei Frey-Brüder beim internationalen Trainingslager, das direkt im Anschluss an den Grand Prix in Düsseldorf durchgeführt wird, selbst aktiv.

"Solche Trainingslager mit den Weltklasse-Judoka sind extrem effektiv. Da kann man voneinander lernen, besonders, woran man selber noch arbeiten muss", sagt Frey. Auch für Düsseldorf hat er Ziele. Ich will nächstes, spätestens übernächstes Jahr beim Grand Prix gegen meinen Bruder im Finale stehen", verrät der aktuell stärkste Judoka des JC 71.

Quelle: RP
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