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Lokalsport
Ein allerletzter Strohhalm für den TVKW

Düsseldorf. Der Fußball-Oberligist empfängt als Tabellenletzter den Vorletzten aus Oberhausen. Nur ein Sieg würde die Hoffnung auf den Klassenverbleib am Leben halten. Der SC West trifft in Ratingen auf einen weiteren Abstiegskandidaten. Von Christoph Zabkar

Glaubt man der Rechnung von SC West-Trainer Marcus John, dann sollte der Klassenerhalt mit 42 Punkten in trockenen Tüchern sein. Falls die Düsseldorfer am Sonntag (15 Uhr, Sportpark Keramag 1) den aktuellen Abstiegskandidaten Ratingen 04/19 bezwingen, biegen sie quasi auf die Zielgerade ein. Mit dem achten Tabellenplatz und derzeit noch 36 Punkten stehen die Oberkasseler gut dar. Allerdings haben die Blau-Weißen manchmal auch die schlechte Angewohnheit, die großen Namen zu ärgern, um anschließend gegen die Kellerkinder federn zu lassen. "Wir dürfen uns gegen Ratingen keine Pleite erlauben", sagt daher auch John. Trotz der Mahnung waren die Erkenntnisse beim 2:1-Erfolg gegen den TSV Meerbusch überwiegend positiv. Abgesehen von den drei Punkten kehrte Spielmacher Ekrem Engin in die Startelf zurück und zeigte eine gute Leistung. Und während Zugang Shunya Hashimoto sein zweites Tor im dritten Spiel für den SCW erzielte, gab auch Tim Kosmala nach seiner Schambeinentzündung das lang ersehnte Comeback. Der zuverlässige Abwehrchef stand zuletzt am 13. Dezember auf dem Platz, hat seine Kameraden aber stets vom Staket aus angefeuert. Die Entwicklung seit der Winterpause beschreibt Kosmala wie folgt: "Die Vorbereitung verlief nicht gerade gut und es kam die Befürchtung auf, in einen Trott zu geraten. Aber unser Team ist extrem engagiert aufgetreten und hat eindeutig bewiesen, dass wir eine absolut taugliche Oberliga-Mannschaft sind."

Der Lohn zeigt sich beim Blick auf die Rückrundentabelle, denn dort ist der SCW hinter dem Wuppertaler SV und SC Kapellen-Erft Dritter. Drittletzter in dieser Statistik sind dagegen die Ratinger, die seit nun zehn Begegnungen auf einen Sieg warten. "Wir wollen nicht das erste Team sein, das diese Serie unterbricht", sagt Düsseldorfs Co-Kapitän. "Das Spiel ist eine große Chance, um unserem Saisonziel näher zu kommen, aber Ratingen muss man erst einmal schlagen. Nicht umsonst waren sie im Vorjahr Dritter."

Trist ist die Situation indes in Kalkum-Wittlaer. Neun Spieltage vor Saisonende haben nur zwei Mannschaften die 20-Punkte-Marke nicht erreicht: Rot-Weiß Oberhausen II (18 Punkte) und eben noch der TVKW (17). Am Sonntag kann sich dies aber ändern, wenn beide Teams im direkten Duell aufeinandertreffen. Während ein Sieg für die eine Mannschaft einem letzten Aufbäumen im Kampf gegen den Abstieg gleichkäme, ist die andere Elf vor dem Niedergang in die Landesliga wohl kaum noch zu retten. Demnach steigt am Grenzweg (15.30 Uhr) ein möglicher Vorentscheid.

Die Oberhausener stellen das schwächste Auswärtsteam der Liga, haben in 25 Spielen die meisten Gegentore erhalten (59) und darüber hinaus die meisten Niederlagen kassiert (17). Hoffnung schöpfen die Kleeblätter aus ihrer deutlich verbesserten Rückrunde. Doch auch in Kalkum-Wittlaer gibt es ein wenig Licht auf der Schattenseite. Die Düsseldorfer haben zwar die wenigsten Siege erzielt (drei) und sind das schwächste Heimteam der Liga, besitzen aber eine Art Gallier-Mentalität - sind also für Überraschungen gut.

Den Überraschungseffekt muss die Montalto-Truppe jetzt allerdings abrufen und umgehend in einer Erfolgsserie münden lassen. Ein Hoffnungsschimmer für die Fans: In der Regel folgt beim TVKW nach einer schwachen Vorstellung zumeist eine gute und der jüngste Auftritt gegen Schonnebeck (0:2) war maximal bescheiden. Zudem kehrten Matias Rodriguez und Merveil Tekadiomona in das Mannschaftstraining zurück. Letztgenannter hat vor seiner Verletzung bei zwei der drei Siege auf dem Platz gestanden.

Quelle: RP
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