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Lokalsport
Erster Grand Prix der Turfsaison

Lokalsport: Erster Grand Prix der Turfsaison
Im Oktober 2015 wurde Jockey Andrasch Starke in Grafenberg auf Drummer Vierter beim 95. Großer Preis der Landeshauptstadt Düsseldorf. FOTO: Klaus-Jörg Tuchel
Düsseldorf. Auf der Galopprennbahn in Grafenberg startet morgen ein siebenköpfiges Feld im Kampf um die 55.000 Euro schwere Börse. Jockey Andrasch Starke reitet Außenseiter Drummer. Als Favoriten gelten Guiliani und Lucky Lion. Von Daniel Delius

Wer als Jockey im Winter Geld verdienen will, der geht auf Reisen. Die quantitativ eher spärlichen Sandbahnrennen in Neuss oder Dortmund bieten nur geringe Verdienstmöglichkeiten, da tut man sich besser in fernen Gefilden um. Champion Andrasch Starke etwa war ein paar Wochen in Japan, Kollege Adrie de Vries weilte gleich einige Monate in Katar. Nun sind sie alle zurückgekehrt, steigen morgen ab 13 Uhr in Grafenberg in den Sattel.

Denn dort steht das erste Grand Prix-Rennen der deutschen Turfsaison auf dem Programm, die Frühjahrs-Meile. 55.000 Euro gibt es zu verdienen. Starke mag aus Japan, einem der wettaffinsten Länder der Welt, mehr gewohnt sein, denn dort sind schon Basisrennen mit derartigen Preisgeldern ausgestattet. Dennoch ist auch die Grafenberger Börse nicht zu verachten.

Starke reitet für seinen Arbeitgeber, den Kölner Trainer Peter Schiergen, in Drummer ein Pferd, das in dem siebenköpfigen Feld eher zu den Außenseitern zählt. In diese Klasse muss er erst noch hineinwachsen. Auf dem Papier sieht es nach einem Duell zwischen zwei Konkurrenten aus, die bereits Gruppe-I-Rennen gewonnen haben, die höchste Kategorie im Rennsport: Guiliani, den Trainer Jean-Pierre Carvalho aus Bergheim sattelt, und Lucky Lion, den der Kölner Andreas Löwe ins Rennen schickt. Der hatte kurz auch mit einem lukrativen Start für seinen Schützling in Hongkong geliebäugelt - von Köln aus ist die Anreise aber kürzer. "Er ist vor einigen Wochen schon in Frankreich gut gelaufen, hat Kondition, deshalb rechnen wir uns schon etwas aus", sagt Löwe zu Lucky Lion, für den er Adrie de Vries als Jockey verpflichtet hat.

Neu im Jahresprogramm des Reiter- und Rennvereins ist der Derby-Trial. Ein früher Test für das wichtigste Rennen des Jahres in Deutschland, das am 10. Juli in Hamburg gelaufen wird. Ob einer der sieben Kandidaten, die morgen in Grafenberg antreten, dafür gut genug ist, wird sich zeigen. Die Erwartungen sind im Einzelfall aber hoch. Zum Beispiel bei Nimrod, dem Hengst der Starke/Schiergen-Kombination. Dessen ein Jahr ältere Schwester ist gerade erst zum "Galopper des Jahres" gewählt worden. Wenn Nimrod nur annähernd deren Talent geerbt hat - immerhin hat er voriges Jahr schon gewonnen - sollte er beste Chancen haben.

In den tragenden Rennen sind die lokalen Trainer nicht dabei, dafür sattelt etwa Sascha Smrczek im Rahmenprogramm gleich zehn Pferde. In Vif monsieur hat er allerdings vor kurzem sein bestes Pferd verloren. Das wechselte in den Stall des Kollegen Mario Hofer nach Krefeld. Dorthin hat Jockey Koen Clijmans seinen Arbeitsplatz verlagert. Und der Besitzer des Grand-Prix-Pferdes ist Clijmans Schwiegervater.

Quelle: RP
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