| 00.00 Uhr

Lokalsport
Fortuna II orientiert sich an Atlético Madrid

Düsseldorf. Der Fußball-Regionalligist spielt in der Defensive ein ähnliches System wie der spanische Spitzenklub.

Neulich, kurz nach dem Spiel gegen die U23 von Schalke 04 (1:0), stellte Tim Galleski einen interessanten Vergleich auf: Die jetzige Spielweise seiner Mannschaft erinnere ihn ein wenig an Atlético Madrid, meinte der Mittelfeldspieler von Fortunas Zweitvertretung.

Tatsächlich sind einige Parallelen zwischen diesen beiden Teams nicht von der Hand zu weisen. Ähnlich wie der der Spitzenklub aus der spanischen La Liga agiert die Mannschaft von Trainer Taskin Aksoy seit einiger Zeit aus einer kompakten und gut organisierten Defensive heraus, die dem Gegner auch dank hoher Laufarbeit kaum noch hundertprozentige Torchancen erlaubt. Auch die Gelsenkirchener fanden gegen die sperrige 4-4-2-Grundordnung lange Zeit kein Mittel. Und wenn doch, war spätestens bei den beiden Innenverteidigern Leander Goralski und Robin Bormuth Endstation.

Weiter vorne tun sich jedoch Unterschiede auf: Während es die Madrilenen bei eigenem Ballbesitz verstehen, blitzschnell einen Pass in die Tiefe auf die durchstartenden Stürmer zu spielen, fehlt es den Flingernern mitunter an dieser Klarheit. Nicht umsonst moniert Aksoy nach beinahe jeder Partie, dass seiner Mannschaft "nach vorne die letzte Konsequenz fehlte".

Die Gründe dafür sind ersichtlich. Natürlich liegen zwischen der Qualität einer Champions-League-Mannschaft, die dieses Spielsystem seit Jahren praktiziert, und einem Regionalliga-Team, das Woche für Woche in anderer Personalkonstellation auftritt, Welten. Allerdings sorgt auch Aksoys Spielermaterial für einen anderen Interpretationsansatz auf dem Platz. So spielen im Vierer-Mittelfeld vornehmlich Akteure, die eigentlich im zentralen Mittelfeld zu Hause sind. Die Folge: Statt schneller Vorstöße über die Außen, kombinieren sich die Rot-Weißen mit präzisen Passstafetten bis vor das Tor. Das sieht zwar schön aus, zu vielen Toren hat das aber noch nicht geführt.

Wie dem auch sei: Gegen die U21 des 1. FC Köln (heute, 14 Uhr, Franz-Kremer-Stadion) wird die "Zwote" zum Wohle der defensiven Stabilität wohl erneut auf das modifizierte "Atlético-System" zurückgreifen. In der Domstadt muss Aksoy derweil auf Tobias Lippold (Gelb-Rot-Sperre) verzichten. Für den 22-jährigen Vize-Kapitän könnte Rico Weiler in die Startelf rutschen.

(lonn)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Lokalsport: Fortuna II orientiert sich an Atlético Madrid


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.