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Lokalsport
Fortuna II und das Offensiv-Dilemma

Düsseldorf. Der Fußball-Regionalligist vergibt beim SC Verl zu viele Chancen und verliert die Partie mit 0:2. Von Maximilian Lonn

Die Freunde der taktischen Spielsysteme kommen bei Fortunas U23 in dieser Saison voll auf ihre Kosten. Ob 4-2-2-2, 4-4-2 mit Raute oder wie zuletzt ein 4-3-3: Trainer Taskin Aksoy beweist in jedem Fall Flexibilität bei seinen Aufstellungen. Das Problem: Eine wirklich komplett funktionierende Formation war bislang noch nicht dabei.

In Anbetracht von gleich sieben Ausfällen in den vergangenen Wochen freilich kein Wunder, allerdings hakte es zuletzt nicht so sehr an der Taktik, sondern eher im Spiel nach vorne. Auch am Samstag in Verl hätte nicht unbedingt ein 0:2 auf der Anzeigetafel aufleuchten müssen, mehr noch: Es wäre durchaus ein Unentschieden drin gewesen. Da aber Fortunas Sturm derzeit eher einem lauen Lüftchen gleicht, das nicht von ungefähr aus acht Chancen keinen Treffer erzielte, blieb das Punktekonto bei lediglich vier Zählern stehen.

Für Aksoy geht somit die Suche nach der idealen Balance zwischen defensiver Stabilität und offensiver Durchschlagskraft weiter. In der schmucken Verler Sportclub Arena probierte es der 49-Jährige im Sturm erneut mit einer Dreierreihe, bestehend aus Kemal Rüzgar, Sebastian van Santen und Tarsis Bonga. Letzterer scheiterte in der ersten Hälfte zweimal an der Querlatte, wobei der zweite Versuch aus rund fünf Metern eigentlich hätte sitzen müssen. "In solchen Situationen sieht man einfach, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben und noch Lehrgeld zahlen müssen", meinte Aksoy hinterher. Bedenkt man, dass die Rot-Weißen bislang nur zwei Stürmertore (van Santen und van Duinen) vorzuweisen haben, dürfte das (Lehrgeld-)Konto schon mächtig überzogen sein.

An Alternativen mangelt es Aksoy jedenfalls nicht, schließlich lotste der Fußballlehrer im Sommer gleich fünf neue Stürmer an den Flinger Broich. Nachhaltig überzeugen konnte jedoch noch keiner. Während van Santen und Bonga zu wenig aus ihren körperlichen Vorteilen machen und immer noch mit dem laufintensiven Spielstil fremdeln, sucht Emre Can seine Form aus der Vorbereitung. Hayrullah Alici (verletzt) und Seref Özcan warten dagegen noch auf ihre Bewährungschance von Beginn an.

Bleibt Aksoy beim 4-3-3, dann dürfte der dynamische Özcan wohl bald über eine Seite stürmen. Ein Versuch wäre es zumindest wert. Dass sein Trainer experimentierfreudig ist, hat er ja schon bewiesen.

Quelle: RP
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