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Lokalsport
Fortuna II und der Weg der kleinen Schritte

Düsseldorf. Der Fußball-Regionalligist kommt langsam voran, bleibt aber weiter im Tabellenkeller stecken.

Die Pressekonferenz im VIP-Container am Paul-Janes-Stadion neigte sich gerade dem Ende entgegen, als Taskin Aksoy die derzeitige Situation von Fortunas Zweitvertretung treffend auf den Punkt brachte. "Wie sagt man doch: Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen", meinte der Trainer der Flingerner nach dem 1:1 gegen Alemannia Aachen und fügte hinzu: "Wir müssen schauen, dass wir uns von Spiel zu Spiel weiterentwickeln, geduldig bleiben - und dann werden wir auch unseren Weg machen."

Dieser soll zum Klassenerhalt führen. Dass dieser lang und beschwerlich sein würde, hatten die Verantwortlichen bereits früh kommuniziert. Doch selbst bei Aksoy dürfte irgendwann der Geduldsfaden überstrapaziert sein. Denn Fakt ist, dass seine junge Mannschaft von Woche zu Woche nur sehr kleine Fortschritte macht und in den entscheidenden Situationen immer noch die selben Fehler begeht. Ein echter Befreiungsschlag blieb daher bislang aus.

Gegen biedere Aachener benötigte die "Zwote" zum Beispiel 34 Minuten, ehe sie den ersten richtigen Torschuss fabrizierte. Dafür funktionierte in der ersten Hälfte zumindest das Defensivverhalten hervorragend. So ließen sich die beiden Außenstürmer der Rot-Weißen bei gegnerischem Ballbesitz auf Höhe der Viererkette zurückfallen, wodurch ein Sechser-Abwehrriegel entstand. Das Ergebnis war zwar defensive Sicherheit, dafür aber auch offensive Mutlosigkeit.

Das änderte sich mit Beginn der zweiten 45 Minuten, als die U23 binnen weniger Sekunden durch Hendrik Lohmar (55.) und Tarsis Bonga (56.) die Doppelchance auf den Führungstreffer hatte. Beide Male fehlten nur wenige Zentimeter. Kurioserweise bröckelte mit dem zunehmenden Offensivwillen plötzlich die Defensive. Meik Kühnel nutzte die Lücken zwischen den Mannschaftsteilen zur Aachener Führung (66.). Ein Rückschlag, dem die Flingerner vor kurzem noch kaum was entgegensetzen konnten, dieses Mal jedoch setzten sie den "lucky punch". Kapitän Christian Weber nickte kurz vor Schluss einen langen Freistoß von Tobias Lippold aus dem Halbfeld zum 1:1-Ausgleich ein (85.).

Letztlich also ein weiterer kleiner Schritt nach vorne. Doch um wirklich voranzukommen, benötigt es schnell größere.

(lonn)
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