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Lokalsport
Franziska kündigt seinen Abschied an

Düsseldorf. Der 23-Jährige verlässt Borussia am Saisonende und wechselt zum Tischtennis-Bundesligisten Saarbrücken. Morgen bestreiten die Düsseldorfer, die endlich wieder komplett sind, das Schlüsselspiel gegen Grenzau. Von Tino Hermanns

Manchmal kommt es anders als man denkt. Dass diese Lebensweisheit zutrifft, musste die Borussia jetzt wieder mal feststellen. Überraschend kündete Nationalspieler Patrick Franziska (Weltrangliste/WR 41) an, Europas erfolgreichsten Tischtennis-Verein im Sommer 2016 verlassen zu wollen. "Wir sind alle überrascht über Patricks Entscheidung. Er hat in seinen eineinhalb Jahren bei uns stets sein Bestes gegeben und sich für unseren Verein eingesetzt", erklärt Borussias Manager Andreas Preuß.

Dabei hatten Franziska und der Klub schon Gespräche über eine Vertragsverlängerung geführt. Kein Wunder, sollte der 23-Jährige einer der Spieler sein, um den herum das Team der Zukunft formiert werden sollte. "Wir wollten mit ihm weitermachen. Patrick sollte der Fixpunkt werden", sagt Preuß. Und das, obwohl sich Franziska als verletzungsanfällig erwiesen hat. Ein Syndesmosebandriss und zuletzt zwei Muskelfaserrisse innerhalb von drei Wochen überschatteten sein Borussia-Engagement.

Offensichtlich wollte Franziska kein Fixpunkt sein. "Meine Zeit bei Borussia war toll. Das ist der größte Verein in Europa mit sehr vielen Mitarbeitern und Helfern, die dir jeden Wunsch von den Augen ablesen", erläutert der zukünftige Ex-Borusse. "Ich suche jetzt aber etwas mehr die Selbstständigkeit, die in einer Einzelsportart wie Tischtennis sehr wichtig ist." Diese Freiheit soll ihm demnächst der 1. FC Saarbrücken TT bieten. "Wir arbeiten immer an der Entwicklung der Mannschaft. Aber jetzt müssen wir unsere Personalplanungen in eine andere Richtung lenken und ihnen eventuell eine neue Dimension geben", ergänzt Preuß.

Die Trennungsankündigung kommt zur Unzeit. Unweigerlich wird Unruhe in die Mannschaft kommen, und das vor einer saisonentscheidenden Phase in Champions League, Tischtennis Bundesliga und nationalem Pokal-Wettbewerb. So steht morgen (15 Uhr) in Stadtallendorf das "Quasi-Endspiel" um die Play-off-Teilnahme gegen den TTC Grenzau in der Bundesliga an. In der Tabelle belegt der TTC derzeit zwar nur den siebten Rang, ist aber lediglich zwei Punkte von dem sich um Platz vier streitenden Trio Düsseldorf, Bremen und Bergneustadt entfernt. Der Ausgang der Partie gegen Grenzau kann die Konstellation durcheinanderwürfeln oder zunächst für klare Verhältnisse sorgen.

Nach Informationen aus dem Westerwald kann der TTC wegen einer Universitäts-Verpflichtung von Masaki Yoshida (WR 49) in Japan nicht komplett antreten und greift auf den bei seinen beiden Liga-Einsätzen bislang noch sieglosen Ecuadorianer Alberto Mino (211) aus der Reservemannschaft zurück. Ferner wird Grenzaus Coach Tomas Pavelka Andrej Gacina (20) und Liang Qiu (319) an den Tisch schicken.

Borussias Cheftrainer Danny Heister hat wohl erstmals seit langer Zeit die Qual der Wahl. Timo Boll (WR 7) hat sich wieder einsatzbereit gemeldet, und auch Franziska, Sharath Kamal Achanta (71) sowie Panagiotis Gionis (26) sind fit.

Das Spiel gegen Grenzau wird unter www.sportdeutschland.tv im Internet gezeigt. Die Champions-League-Partie in Tschechien war bei Andruck dieser Ausgabe nicht beendet.

Quelle: RP
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