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Fußball
Fußball als Flüchtlingshilfe

Düsseldorf. In der Debatte um die Integration von Flüchtlingen geht der SV Babelsberg als leuchtendes Beispiel voran. Im Team Welcome United gibt der Klub Fußballern aus aller Welt ein neues Zuhause. Von Andreas Asen

Das Wort "Willkommen" hat eine eindeutige Bedeutung. Im Duden wird es als "sehr passend, angenehm und gewünscht" definiert. Und so ein "Willkommen", wie es Jürgen Opitz, Bürgermeister der vom Fremdenhass erschütterten Stadt Heidenau jüngst in der ARD sagte, ist im Umgang mit Flüchtlingen "nun wirklich nicht zu viel verlangt". Genau das ist es, was die Fußballer des Teams Welcome United beim SV Babelsberg in Brandenburg erfahren. Hier tragen sie das Motto sogar auf dem Rücken. Fernab der Heimat, weit weg von Kriegen und Elend haben Flüchtlinge aus Somalia, Nigeria oder Syrien ein neues Zuhause gefunden.

"Hier beim Verein fühle ich mich willkommen, es ist wie meine zweite Heimat", sagt Abdihafid Ahmed. Er stammt aus Somalia, und er hat Schreckliches erlebt. Als Schiffbrüchiger trieb er gemeinsam mit 177 Afrikanern tagelang im Mittelmeer. 172 von ihnen überlebten das Drama nicht. In seiner Heimat hatte Ahmed studiert, doch die Bedrohung durch die islamistische Al-Shabaab-Miliz zwang ihn zur Flucht.

Dieses Schicksal teilt sein heutiger Mannschaftskollege Ejike Uzoukuw. Der Nigerianer, den alle nur Johnson nennen, ist seit vier Jahren in Deutschland, in seiner Heimat wurde er politisch verfolgt. "Wenn wir beim Training sind und gemeinsam Fußball spielen, ist das wie eine Befreiung", sagt er, "so lange wir spielen, können wir unsere Probleme vergessen. " Bereits ein Jahr trainiert die Mannschaft zusammen, zunächst gab es Probleme mit den Spielerlizenzen des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), doch seit Saisonbeginn nimmt Welcome United am Spielbetrieb in der 2. Kreisklasse C im Kreis Havelland teil.

"Fußball verbindet", betont Manja Thieme, ehrenamtliche Gründerin des Teams: "Er holt Flüchtlinge viel schneller in die Gesellschaft." In Zeiten der Debatte um Flüchtlinge fungiert der Sport als Brücke. Auf dem Platz zählt nur das Spiel - Herkunft, Aussehen und persönliche Hintergründe sind zweitrangig. "Gerade der Fußball hat die Kraft, Menschen auch über kulturelle Unterschiede hinweg zusammenzubringen", meint SPD-Politikerin Aydan Özoguz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. So sieht es auch der DFB, der sich mit seiner Egidius-Braun-Stiftung unter dem Motto "1:0 für ein Willkommen" sozial engagiert. Für die kommenden zwei Jahre sind 600 000 Euro für die Unterstützung von bis zu 1200 Vereinen eingeplant.

Das Oberligaspiel zwischen dem TV Kalkum-Wittlaer und der Turu war beim Andruck dieser Ausgabe noch nicht beendet.

(sid)
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