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Lokalsport
Fußball-Oberligisten gehen leer aus

Düsseldorf. Während die Turu gegen Bocholt zu viele Chancen liegen lässt, stellt sich der SC West nach einer 1:0-Führung zu naiv an. Von Manfred Johann und Christoph Zabkar

Turu - 1. FC Bocholt 0:1. Als fünf Minuten vor dem Abpfiff der Schuss des Japaners Takehiro Kubo im Zeitlupentempo Richtung Bocholter Tor rollte und dort neben dem regungslosen Schlussmann Maik Welling nur gegen den linken Pfosten ging, war klar, dass dies nicht der glücklichste Tag der Oberbilker war. Tatsächlich retteten die Gäste aus Bocholt ihren 1:0-Vorsprung aus der 24. Minute über die Zeit und verbesserten sich so auf den vierten Tabellenrang. Diesen Erfolg kommentierte Gäste-Trainer Manuel Jara treffend: "Wenn man oben steht, hat man halt oft das nötige Quäntchen Glück."

Genau dieses Glück hatte den Düsseldorfern in den 90 Minuten zuvor mehrfach gefehlt, um zu drei Punkten zu kommen und sich von der Abstiegszone absetzen zu können. Obwohl Trainer Frank Zilles auf sieben Stammspieler verzichten musste, übernahm sein Aufgebot vom Anpfiff an das Kommando auf dem Platz. Schon nach zehn Minuten erspielten sich die Gastgeber zwei gute Torchancen. Zuerst bekam Torhüter Welling bei einem 18Meter-Schuss von Denis Ivosevic gerade noch die Fäuste an den Ball. Wenig Minuten später zögerte Kubo dann freistehend im Strafraum zu lange mit dem Abschluss und vergab so die nächste Möglichkeit.

Mitte der ersten Halbzeit führten die Bocholter vor, was Turu trotz einer deutlichen Formverbesserung an diesem Tag fehlte. Dominik Göbel flankte zu Philip Meißner auf Höhe des Elfmeterpunktes. Eine kurze Drehung und ein platzierter Flachschuss in die rechte Ecke folgten, und Turu lag 0:1 hinten. Allein bis zum Pausenpfiff hatten Malte Boermans und Kubo noch zweimal den Ausgleich auf dem Fuß. Der größte Unglücksrabe im Auslassen von Tormöglichkeiten wurde gegen Ende jedoch der eingewechselte Berkay Öz, der gleich zweimal den verdienten Punktgewinn für seine Farben vergab.

Cronenberger SC - SC West 3:1. Eigentlich verlief alles nach Plan: Eine Viertelstunde vor Schluss lag der SC West gegen die erwartungsgemäß tief stehenden Cronenberger noch mit 1:0 in Führung, ehe sie 13 Minuten voller Naivität die schon auf dem Silbertablett bereitgelegten Punkte kosteten. Für die 1:3-Pleite hatte auch SCW-Trainer Marcus John am Ende keinerlei Verständnis: "Ich habe den Jungs tausendmal gesagt, dass wir nur den Ball in den eigenen Reihen halten müssen, weil Cronenberg gar nicht erst angegriffen hat. Stattdessen laufen wir ohne Absicherung nach vorne und lassen uns gnadenlos auskontern. Das ist Dummheit ", urteilte der Coach.

Bis zur 77. Minute war John von dieser Kritik noch weit entfernt, weil sein Kapitän Christoph Zilgens mit einem wunderbar getretenen Freistoß das 1:0 markiert hatte und auch die Ballbesitzquote klar zugunsten der Düsseldorfer ausfiel. Doch dann folgte der erste folgenschwere Fehler: Nach einem Ballverlust in der Vorwärtsbewegung konnte der frisch eingewechselte Osman Öztürk im Beisein von gleich vier Düsseldorfern den Ball behaupten und problemlos verwerten. Drei Minuten später wurde der CSC-Joker sogar zum gefeierten Helden, als er Wests linken Außenverteidiger Fabio Forster an der Grundlinie austanzte und das Ergebnis auf 2:1 für die Wuppertaler stellte. Der Konter zum 3:1-Endstand setzte dem Ganzen noch die Krone auf.

"Im Vorfeld der Partie habe ich schon vor den schnellen Gegenstößen gewarnt, aber wir sind voll darauf reingefallen. Mit so einer Niederlage macht man sich hart umkämpfte Siege kaputt", meinte John und hofft nun, dass sich sein Team den Denkzettel zu Herzen nimmt.

Quelle: RP
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