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Lokalsport
Görges träumt vom perfekten Abschluss

Düsseldorf. Die Tennisspielerin hat ihren Höhenflug fortgesetzt und steht bei ihrem Debüt im Halbfinale der WTA Elite Trophy in Zhuhai. Die deutsche Nummer eins wird immer mehr für ihren Neustart vor zwei Jahren belohnt. Von Ulrike Weinrich

Der gefühlvolle Volleystopp von Julia Görges war der krönende Abschluss. Sogar besser als Urlaub in Dubai - gewissermaßen. Die deutsche Nummer eins riss beide Arme in die Höhe und genoss ihren souveränen Halbfinal-Einzug bei der WTA Elite Trophy in Zhuhai in vollen Zügen.

Einen Tag nach ihrem 29. Geburtstag bereitete sich Görges mit ihrem siebten Sieg in Folge ein nachträgliches Geschenk. Das 6:2, 7:6 (7:4) im zweiten und abschließenden Gruppenspiel der B-WM gegen die topgesetzte Kristina Mladenovic (Frankreich) sorgte dafür, dass die Fed-Cup-Spielerin weiter von einem perfekten Jahresabschluss träumen darf.

Schon ein Satzgewinn hätte Görges zum Weiterkommen gereicht. "Ich wollte aber unbedingt gewinnen. Mit einer Niederlage ins Halbfinale zu kommen, hätte sich seltsam angefühlt", sagte sie.

Barbara Rittner jedenfalls setzt voll auf Görges: "Der Belag liegt ihr, das waren bis jetzt zwei souveräne Siege in China. Ich traue Jule den Titel zum Ende eines beeindruckend konstanten Jahres zu", sagte Rittner, Head of Women's Tennis im DTB.

In der Runde der letzten Vier trifft Görges (Nr. 7) heute auf Anastasija Sevastova (Nr. 5). Die Lettin hatte der Norddeutschen im Sommer im Endspiel von Mallorca eine Niederlage zugefügt. "Wir haben eine Menge Respekt voreinander. Sie ist eine sehr trickreiche Spielerin", sagte Görges über ihre nächste Aufgabe. Im anderen Semifinale des mit 2,28 Millionen Dollar dotierten Hartplatzevents stehen sich US-Open-Halbfinalistin Coco Vandeweghe (USA/Nr. 2) und Ashleigh Barty (Australien/Nr. 9) gegenüber.

Görges hatte sich erst durch ihren Turnierfolg in Moskau vor knapp zwei Wochen für Zhuhai qualifiziert. Als letzte Teilnehmerin. Den geplanten Urlaub in Dubai musste die Weltranglisten-18. daraufhin absagen.

"Aber das Opfer habe ich gerne gebracht. Es ist für mich einfach etwas ganz Spezielles, noch einmal bei einem kleinen Masters zu spielen", sagte Görges und betonte: "Das zeigt mir, wie gut ich in dieser Saison gespielt habe."

Bereits vor dem Erfolg beim Kremlin Cup, bei dem sie ihre sechseinhalbjährige Durststrecke ohne Turniersieg beendete, hatte sie 2017 in den Finals von Mallorca, Bukarest und Washington gestanden.

In dieser Saison ist Görges die konstanteste deutsche Spielerin. Wohl auch, weil die Bad Oldesloerin Ende 2015 den Neustart wagte. Damals stagnierte die eher introvertierte Powerspielerin und entschloss sich, nach sieben Jahren ihr Team zu wechseln und nach Regensburg zu ziehen.

Mit Coach Michael Geserer sowie Fitnesstrainer und Physiotherapeut Florian Zitzelsberger schaffte "Jule" mittelfristig den ersehnten Sprung zurück in die Top 20, in denen sie vor sechs Jahren (Position 15) schon einmal gestanden hatte.

"Physisch bin ich so gut drauf wie noch nie. Das Gesamtpaket stimmt einfach - die Athletik, das Spielerische und die Taktik", sagte Görges jüngst und stellte zufrieden fest: "Das ist einfach eine andere Jule inzwischen." Besonders bei den längeren Ballwechseln ist die neue Souveränität deutlich sichtbar - auch in den Resultaten.

Mit der Reife einer gestandenen Weltklassespielerin geht sie inzwischen mit vielen Dingen cooler um. Ein "gesundes Mindset" nennt Görges das. Alles ist positiv behaftet.

Und vielleicht noch ein gutes Omen für die entscheidende Turnierphase in Zhuhai: Eine Landsfrau von Görges' ist Schirmherrin der abschließenden WTA-Veranstaltung der Saison. Steffi Graf.

Das Eishockeyspiel zwischen der DEG und Schwenningen war beim Druck dieser Ausgabe noch nicht beendet.

(sid)
 
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