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Lokalsport
Hashimotos Doppelpack reicht nicht

Düsseldorf. Der SC West kassiert in der Schlussphase gegen Bocholt den 2:2-Ausgleich.

Kommunikation auf dem Fußballplatz ist wichtig, und seit dem Philosophen Paul Watzlawick ist bekannt, dass man nicht nicht-kommunizieren kann. Dementsprechend gehört auch die Körpersprache zu den elementaren Ausdrucksformen im Sport. Als Beispiel dafür können Yuto Nakamura und Shunya Hashimoto vom Oberligisten SC West stehen.

Die beiden Japaner gehören zu den Leistungsträgern der Oberkasseler und wissen auf dem Platz zu überzeugen, obwohl sie die Sprache ihrer Mitspieler nicht verstehen. Die Kommunikation ohne Worte, auf die sie angewiesen sind, funktioniert auf dem Platz aber prächtig. Das zeigte sich beim gestrigen Meisterschaftsspiel der Blau-Weißen gegen den Tabellennachbarn 1. FC Bocholt, als Hashimoto in der zweiten Hälfte per Doppelpack aus einem 0:1-Rückstand eine 2:1-Führung machte und den SCW damit beinahe zum vierten Sieg in Folge führte. Allerdings hatte Bocholts Ismail Öztürk etwas dagegen und markierte gut zehn Minuten vor Schluss noch den 2:2-Ausgleich.

Die geregelten Spielabläufe kommen nicht von ungefähr. So nimmt sich SCW-Trainer Marcus John vor dem Training das asiatische Duo zur Seite und funktioniert seinen dritten Japaner im Team, Ryutaro Omote, der gebrochen Deutsch spricht, zum Dolmetscher um. Mit Omotes Hilfe werden taktische Abläufe und Feinheiten - zum Beispiel wer wann auf welche Weise anzulaufen ist - kurz abgesprochen. "Wir stellen zahlreiche Situationen im Training nach. Unsere japanischen Spieler besitzen eine hohe Auffassungsgabe und setzen das Gezeigte sehr schnell um", berichtet John. In Bocholt zahlte sich das Training zumindest nach der Pause aus. Nicht umsonst führte ein perfekt vorgetragener Spielzug über Fabian Stutz und eben Hashimoto zum zwischenzeitlichen 1:1.

Derweil sind die Japaner auch außerhalb des Spielfeldes im Team integriert. "Shu brauchte zwar etwas Eingewöhnungszeit und ist vom Wesen her etwas reserviert, aber mittlerweile hat er sich sehr gut akklimatisiert. Yuto hingegen ist ein richtiger Spaßvogel und nimmt sich selber auch mal gerne aufs Korn. Er ist sozusagen der Louis de Funès unter den Japanern", sagt John schmunzelnd.

(zab)
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