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Lokalsport
Jessica Mager beendet ihre Karriere

Düsseldorf. Die 28-Jährige Sportschützin des Post SV lässt ihr Gewehr jetzt im Schrank. Von Tino Hermanns

Eine Ära im Düsseldorfer Sport ist vorbei. Sportschützin Jessica Mager (Post SV) hat ihre sportliche Laufbahn beendet. Jahrelang gehörte die inzwischen 28-Jährige zu den ganz erfolgreichen Vertreterinnen der Sportstadt. Mit dem Luftgewehr holte sie drei Junioren-Europameisterschaften, gewann EM-Mannschaftsgold sowie Einzel-Bronze 2010, wurde Team-Weltmeisterin und WM-Fünfte im Einzel. Zwei Jahre später qualifizierte sie sich als eine von nur zwei deutschen Luftgewehrschützinnen für die Olympischen Spiele in London.

Aber so ging es nicht weiter. "Vergangenen September bin ich aus dem Bundeskader gestrichen worden. Das war vollkommen berechtigt. Ich habe meine Leistung nicht mehr gebracht", gesteht Mager. "Das hat mich nachdenklich werden lassen." Das Ergebnis der Überlegungen war der Rückzug vom Leistungssport. "Ich habe das Gefühl, für mich ist es vorbei. Spaß und Motivation sind nicht mehr da. Das Kapitel Schießsport ist für mich beendet."

Damit konfrontierte sie auch das Post SV-Bundesligateam, in dem sie zehn Jahre lang an den Spitzenpositionen geschossen hat. Als dann auch Michael Schneider aus familiären und beruflichen Gründen sein Bundesligaende kundtat, war die Zukunft der Düsseldorfer Erstligavertretung dahin, obwohl der Klassenerhalt perfekt war. So entschloss sich auch der niederländische Weltklasseschütze Peter Hellenbrand ein Angebot eines anderen Vereins anzunehmen. "Als klar war, dass sich das Post-Bundesligateam auflöst, sind viele Tränen geflossen. Wir haben uns total gut verstanden und deshalb auch verabredet, dass wir uns mehrmals im Jahr treffen", berichtet Mager.

Sie bleibt der Sportstadt Düsseldorf jedoch erhalten, weil sie sich weiterhin ehrenamtlich in der Führung der Post SV-Schießsportabteilung engagiert und dem Düsseldorfer Olympiateam Rio als Mentorin zur Verfügung steht. Sie gibt ihre Erfahrungen aus dem internationalen Sport weiter. Und wer weiß, vielleicht findet sie ihren Weg zurück in den aktiven Sport. "Ich nehme 100 Prozent Abschied vom aktiven Schießsport. Das Gewehr steht aber gut geputzt und gepflegt im Panzerschrank. Meine gesamten Schießklamotten werden nicht verkauft", so Mager. "Ich warte jetzt ab, ob es mir nicht doch wieder in den Fingern juckt." Ein Rücktritt vom Rücktritt ist also nicht ausgeschlossen.

Quelle: RP
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