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Fußball
Karl Hohmann – das "Strafraumgespenst"

Bei der ersten WM, 1930 in Uruguay, hatte Deutschland noch gefehlt – erst vier Jahre später, in Italien, war es dabei. Und Stanislaus "Tau" Kobierski von der Fortuna war beim 5:2 gegen Belgien vor nur 8000 Zuschauern erster Torschütze der deutschen WM-Geschichte. Gleich zweimal traf Karl Hohmann beim folgenden Treffen mit Schweden (2:1). Der Mittelstürmer des VfL Benrath war im Mailänder Dauerregen der große Held, doch er verletzte sich bei einem Zusammenprall mit Schwedens Torhüter Rydberg. Ohne Hohmann verlor das deutsche Team das Halbfinale gegen die Tschechoslowakei mit 1:3, besiegte aber im Spiel um Platz drei Österreich mit 3:2. Von Friedhelm Körner

Der gebürtige Benrather trug von 1930 bis 1937 insgesamt 27 Mal das Nationaltrikot und erzielte 20 Tore. Das erste schoss er gleich bei seiner Premiere, als 20-Jähriger gegen Dänemark. 1935 zog er mit dem VfL Benrath durch Erfolge gegen den VfR Mannheim (zweimal 3:2), Phönix Ludwigshafen (0:0/2:1) und den VfR Köln (5:0/4:0) ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft ein, bevor der VfB Stuttgart die Benrather Erfolgsserie stoppte (4:2). Hohmanns Team stellte in diesem Jahr Lokalrivale Fortuna, Deutscher Meister von 1933, in den Schatten.

Hohmann machte sich durch seine überragenden Angreiferqualitäten einen Namen als "Strafraumgespenst" – so jedenfalls lautete eine Schlagzeile über ihn. Einen großen Tag erlebte er, als er am 22. Oktober 1933 mit sieben anderen Düsseldorfern im Nationalteam stand, das beim Länderspiel in Duisburg Belgien mit 8:1 deklassierte. Neben seinem Klubkameraden Jupp Rasselnberg gehörten die Fortunen Paul Janes, Jakob Bender, Theo Breuer, Ernst Albrecht, Willi Wigold und Kobierski dieser durch Spieler aus Duisburg und Essen ergänzten "Düsseldorfer Stadtauswahl" an. Mit drei Treffern war Hohmann erfolgreichster Torschütze.

Nach seiner aktiven Laufbahn wurde Hohmann Trainer, war unter anderem Verbandssportlehrer im Südwesten und Coach von Rot-Weiss Essen, dessen Mannschaft er 1953 zum DFB-Pokalsieg (2:1 im Finale gegen Alemannia Aachen im Düsseldorfer Rheinstadion) führte. Hohmann galt als Entdecker der 54er-Weltmeister Fritz Walter (Kaiserslautern) und Helmut Rahn (Essen). Mit beiden war er befreundet, ebenso mit Bundestrainer Sepp Herberger und Boxweltmeister Max Schmeling, der eine Zeit lang in Benrath lebte und trainierte. Wegen einer schweren Krankheit beendete Hohmann 1962 die Trainertätigkeit. Am Benrather Markt eröffnete er ein Sportgeschäft.

Karl Hohmann starb 1974 im Benrather Krankenhaus an Herzschwäche. Er wurde 65 Jahre alt.

Quelle: RP
 
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