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Lokalsport
Keine Zweitliga-Lizenz für die Baskets
Düsseldorf. Das Kapitel Profi-Basketball in Düsseldorf hat ein unrühmliches Ende gefunden. Den Baskets wurde die Lizenz für die Zweite Liga (ProA) entzogen. Damit stehen sie als erster Absteiger fest. Von Thomas Schulze

Zuvor hatte der Verein, dessen Mannschaft sich sportlich qualifiziert hatte, bereits keine Lizenz für die erste Liga (BBL) erhalten. Der Klub kann nochmals Einspruch einlegen – zunächst vor dem Gutachterausschuss, in letzter Instanz dann auch noch vor dem Schiedsgericht.

Damit geht eine Leidensgeschichte zu Ende. 2008 hatten die Giants Düsseldorf die Lizenz von Bayer Leverkusen übernommen. Am 5. Mai 2010 musste Insolvenz angemeldet werden. Gloria Giants nennt sich der Nachfolgeverein. In der vergangenen Saison gab es die Lizenz erst nach einem Rechtsstreit mit der Ligaführung. Kurz darauf erfolgte die Namensänderung in Düsseldorf Baskets. Die fehlende wirtschaftliche Leistungsfähigkeit war somit seit Jahren ein Thema.

Doch Murat Didin, seit drei Jahren im Amt, will sich noch nicht geschlagen geben. "Wir haben eine Woche, um Protest einzulegen", sagt der Trainer und Geschäftsführer. "Wenn wir die finanzielle Unterstützung bekommen und ohne Schulden sind, müssen sie uns die Lizenz geben." Angesichts eines Schuldenbergs, der deutlich über einer Viertel Million Euro liegen dürfte, und Sponsoren in der Türkei, deren Willensbekundungen Didin stets nur thematisiert, scheint er eher Traumschlösser zu bauen.

Noch vor fünf Tagen hatte Didin getönt: "Es gibt keine großen Probleme. Wir werden in der Zweiten Liga spielen." Bereits da hatte die Liga öffentlich gemacht, es habe immer wieder Verstöße gegen das Lizenzstatut gegeben. Vieles sei nicht korrekt abgelaufen. Spätestens nachdem die Baskets unverhohlen wirtschaftlicher Tricks bezichtigt wurden, war die Lage eindeutig.

Hansjörg Tamoj, Aufsichtsratsvorsitzender der ProA, widerspricht Didin: "Die Baskets haben gegen wichtige Auflagen verstoßen, das kann er mit nachträglichen Zahlungen nicht wettmachen. Nach unserer Einschätzung kann er noch so viel Geld auf den Tisch legen, wir werden von unserem Standpunkt nicht abweichen. Da müsste er schon darstellen können, dass die Verstöße nicht existieren, und das kann ich mir bei bestem Willen nicht vorstellen."

Quelle: RP
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