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Lokalsport
Kölner Sieg auf Düsseldorfer Bahn

Düsseldorf. Favorit Millowitsch holt sich mit Jockey Andreas Helfenbein den Großen Preis der Landeshauptstadt auf der Grafenberger Galopprennbahn. Alsterprinz sorgt im Rahmenprogramm für einen Heimsieg. Von Daniel Delius

Der Sieg im Hauptereignis des letzten Renntags der Saison ging nicht ganz unerwartet in die Domstadt. Millowitsch, benannt nach dem populären Volksschauspieler, kam gestern in Grafenberg zu einem souveränen Start-Ziel-Sieg, was die Lokalpatrioten unter den 8000 Zuschauern vielleicht weniger gefreut hat, dafür aber diejenigen, die ihr Geld auf den vier Jahre alten Hengst aus Köln gesetzt hatten. Zur Quote von 23:10 war er als Favorit ins Rennen gegangen.

"Schon als er runter zur Rennbahn ging, da wusste ich, heute geht es", gab Jockey Andreas Helfenbein anschließend zu Protokoll, "der war so ruhig und gelassen, der ist richtig erwachsen geworden." Im Rennen selbst ließ sich der Hengst, der von Markus Klug in Köln-Heumar für Alexandra Renz trainiert wird, auf nichts ein, hatte von Beginn an alles unter Kontrolle.

"Von hinten hat mich keiner gedrückt, das war ideal. Und am Ende war er halt das beste Pferd im Rennen", meinte Helfenbein, selbst wenn die Strecke von 1700 Metern eigentlich einen Tick zu weit für ihn war. A Raving Beauty und Felician, ein neun Jahre alter Senior, der mit diesem Rennen seine Karriere beendet hat, landeten auf dem Plätzen, die französische Gaststute Silver Meadow wurde nur Fünfte.

Für Millowitsch wird es nächstes Jahr weitergehen. "Da wird er noch besser", sagte Helfenbein, der das Pferd selbst ausgebildet hat, mit ihm förmlich verwachsen ist. Ob er ihn im kommenden Jahr noch reiten wird, ließ er jedoch im Unklaren. "Vielleicht beende ich ja meine Karriere", orakelte er. Vor wenigen Wochen wurde er 50 Jahre alt, ist längst der Senior in der Umkleidekabine der Jockeys: "Irgendwann ist halt mal Feierabend." Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel, selbst mit einer beinahe klassischen Jockeyfigur ausgestattet, legte an dieser Stelle jedoch sein Veto ein: "Der ist doch noch gut dabei, der muss doch noch gar nicht aufhören."

Es war zum Finale noch einmal eine stimmige Veranstaltung bei bestem Herbstwetter. Einen Heimsieg gab es immerhin auch, als Alsterprinz aus dem Stall von Sascha Smrczek im fünften Rennen des Tages zum Zuge kam. Der Wallach steht, wie der Name fast schon verrät, im Eigentum einer Hamburger Besitzergemeinschaft. "Das Pferd hat Moral gezeigt", konstatierte der Düsseldorfer Trainer.

Einen künftigen Star könnte man gleich im ersten Rennen des Tages gesehen haben, als Star Max bei den Zweijährigen die Konkurrenz beherrschte. Er war der erste von am Ende drei Siegern von Markus Klug, der zum selben Zeitpunkt in Paris war, wo sein Pferd Dschingis Secret im Prix de l'Arc de Triomphe, dem wichtigsten Galopprennen der Welt, auf Rang sechs einkam.

Quelle: RP
 
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