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Lokalsport
Korkut schlägt Wut entgegen

Düsseldorf. Schon vor seinem ersten Auftritt als VfB-Trainer gerät Tayfun Korkut in sozialen Netzwerken unter Druck. Der Coach sieht das vor seiner Premiere in Wolfsburg gelassen. Für ihn zählt nur die Bedeutung dieser Partie.

Die teils heftige Kritik an seiner Person blendet Tayfun Korkut einfach aus. Der neue Trainer des VfB Stuttgart hat noch nicht ein Spiel absolviert, aber allein seine Verpflichtung verschmähen etliche VfB-Anhänger in den sozialen Netzwerken schon jetzt. Seine heikle sportliche Mission mit den abstiegsbedrohten Schwaben startet dagegen erst heute (15.30 Uhr/Sky) beim VfL Wolfsburg. Und allein diesem Spiel misst der 43-Jährige Bedeutung bei.

"Dieser Wind, der herrscht, verändert nichts an meiner Arbeit", sagte er am Freitag. "Ich konzentriere mich auf meinen Job, alles andere ist ausgeblendet." Dieser Job allein dürfte schwer genug werden. Sechs der vergangenen sieben Bundesliga-Partien haben die Schwaben verloren, was letztlich Korkuts Vorgänger Hannes Wolf zum Verhängnis wurde. Am Montag gab der VfB dann die Verpflichtung Korkuts bekannt, der nun ausgerechnet mit einem Auswärtsspiel beginnt. Denn auf fremden Plätzen holte der Aufsteiger in dieser Saison erst einen Punkt und steht damit auf dem letzten Platz der Auswärtstabelle.

Korkut aber ist optimistisch. Die Partie in Niedersachsen beim ebenfalls abstiegsbedrohten VfL sieht er als Chance an. "Die Situation ist, glaube ich, allen klar", betonte er. "Wir sollten es aber auch als Chance sehen, den ersten Auswärtssieg zu holen. Mit diesem Optimismus gehen wir auch an diese Sache ran." Wie sehr der Ex-Coach von Hannover 96, 1. FC Kaiserslautern und zuletzt Bayer Leverkusen die Stimmung innerhalb des angeschlagenen Teams drehen konnte, wird sich in Wolfsburg zeigen. "Für uns geht es auf jeden Fall um den Klassenerhalt. Und da sehe ich Wolfsburg aktuell als Konkurrenten an", sagte VfB-Kapitän Christian Gentner im "Kicker" zur Bedeutung des Spiels.

Für einen Sieg aber braucht der VfB zwingend Tore. Ein Offensivkonzept schien in den vergangenen Spielen jedoch praktisch nicht vorhanden. Dass Korkut die Abschlussschwäche des Tabellen-14. in seinen wenigen Trainingseinheiten beheben konnte, erscheint fraglich. Er habe sich in seiner ersten Woche unter anderem mit dem Spielerrat ausgetauscht, erzählte er am Freitag. Außerdem versuche er, jeden einzelnen Spieler "so gut wie möglich" persönlich kennenzulernen. "Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich eine Mannschaft übernehme, in der die Situation nicht ideal ist."

Bei seiner Premiere will er daher auf Experimente verzichten. Große Systemänderungen werde es aufgrund der Kürze der Zeit nicht geben, sagte er. Stattdessen wolle er die individuellen Stärken der Spieler zur Geltung bringen. Dabei wird es vor allem auf Rückkehrer Mario Gomez ankommen, der im Winter von den Wolfsburgern zum VfB gewechselt war - bisher aber noch ohne Treffer ist. Verzichten muss Korkut wie erwartet auf Verteidiger Holger Badstuber, der wegen einer Adduktorenverletzung erst in den nächsten Tagen wieder ins Mannschaftstraining einsteigen soll.

Das Eishockey-Derby zwischen der Düsseldorfer EG und den Kölner Haien war bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch nicht beendet.

(dpa)
 
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