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Lokalsport
Kovalik führt den Rochusclub zum Sieg

Düsseldorf. Der Slowake springt kurzfristig ein und gewinnt sowohl sein Einzel als auch sein Doppel an der Seite von Facundo Bagnis. Dadurch feiern die Gastgeber zum Bundesligastart einen 4:2-Sieg gegen Blau-Weiss Halle. Von Thomas Schulze

Als Vorstandsmitglied Thomas Werthmöller die Zuschauer auf der Anlage am Rolander Weg begrüßt und die Mannschaften vorstellt, lugt tatsächlich die Sonne hervor. Sie wärmt nicht nur, sondern sorgt auch für gute Laune auf dem Center Court. Der Niederländer Robin Haase, der für Blau-Weiss Halle spielt, demonstriert das, indem er bei seiner Vorstellung einen Freudensprung macht. Es soll an diesem Tag sein letzter sein.

"Unsere Nummer eins, Sascha Zverev, steht uns heute nicht zur Verfügung", begann Werthmöller die Präsentation des Allpresan Rochusclub Bundesligateams. "Er spielt heute in Wimbledon gegen Tomas Berdych, und wir drücken Sascha natürlich die Daumen." So traten die Gastgeber mit Jozef Kovalik, der in der Weltrangliste Platz 128 belegt, Facundo Bagnis (96), Mats Moraing (428) und Mischa Zverev (152) in den Einzeln an.

Nahezu sechseinhalb Stunden bekamen die Zuschauer eine packende Begegnung zu sehen, in der es für die Gastgeber ein Happy End gab. Und pünktlich zum verwandelten Matchball des Doppels Kovalik/Bagnis lachte die Sonne über der herrlich gelegenen Anlage im Grafenberger Wald, und nicht nur die. Teamchef Detlev Irmler war nach dem 4:2-Sieg gegen den amtierenden deutschen Meister Blau-Weiss Halle, der diesmal allerdings nicht Favorit ist, rundum zufrieden.

Vor dem Bundesligaauftakt hatte Irmler das Ziel Klassenerhalt ausgegeben. "Eigentlich hatte ich gegen Blau-Weiss Halle einen Sieg eingeplant, aber das wird jetzt natürlich sehr schwer", hatte er mit Blick auf die personelle Situation gesagt. "Aber einen Punkt sollten wir schon holen." Mit dem Glück des Tüchtigen wurden es am Ende sogar zwei.

Dabei erwiesen sich Irmlers Entscheidungen als goldrichtig. Als sich am Freitag abzeichnete, dass Zverev in Wimbledon unabkömmlich ist, hatte der Teamchef zwei Mal zum Telefon gegriffen. Zunächst hatte er Jozef Kovalik in Bratislava angerufen. Der 23 Jahre alte Slowake hatte sich wenig später ins Auto gesetzt und war 1100 Kilometer nach Düsseldorf gefahren.

Diese Einsatzfreude zeigte er auch auf dem Center Court. Im Spitzenspiel besiegte Kovalik den Spanier Daniel Munoz-de la Nava (135) mit 6:3 und 6:4. Den zweiten Sieg im Einzel holte Mischa Zverev mit 6:3, 7:6 gegen den Österreicher Dennis Novak (196). "Mischa hatte in Hamburg nur auf meinen Anruf gewartet", sagte Irmler. Da war ihm der Griff zum Hörer nicht schwer gefallen.

Anders war das bei Facundo Bagnis. Dem 26 Jahre alten Argentinier hatte Irmler für das Spiel gegen Halle nämlich bereits eine Absage erteilt, weil ihm eine andere Formation vorschwebte. Als jedoch Marcel Granollers und Lukas Rosol absagten, weil sie bei Turnieren anderenorts unerwartet erfolgreich waren, blieb Irmler nur der Gang nach Canossa. "Natürlich ist das eine blöde Situation. Niemand ruft einen Spieler gerne an und bittet ihn zu kommen, dem er vorher abgesagt hat." Doch die Kehrtwende lohnte sich. Zwar verlor Bagnis sein Einzel gegen den starken Niederländer Robin Haase, doch an der Seite von Kovalik holte er im Tiebreak des letzten Doppels den entscheidenden Punkt zum Sieg.

"Der Sieg hing bis zum verwandelten Matchball am seidenen Faden", sagte Irmler nach der Begegnung erleichtert. "Natürlich war er glücklich, aber er war nicht unverdient. Das gibt uns vor dem schweren kommenden Wochenende, wo wir krasser Außenseiter sind, etwas Rückenwind." Am Freitag geht es zum Kölner THC Stadion Rot-Weiß, ehe am Sonntag Kurhaus Lambertz Aachen seine Visitenkarte in Grafenberg abgibt.

Quelle: RP
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