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Mehr als nur Ersatzmann in der NHL

Lokalsport: Mehr als nur Ersatzmann in der NHL
Der deutsche Torhüter Thomas Greiss kam als "Nummer zwei" der New York Islanders schon häufiger zum Einsatz. FOTO: dpa
Düsseldorf. In der nordamerikanischen Eishockey-Profi-Liga stehen von den deutschen Spielern vor allem Leon Draisaitl und Tobi Rieder im Fokus. Dabei zeigen auch die Torhüter Thomas Greiss und Philipp Grubauer hervorragende Leistungen. Von Heiko Oldörp

Sie sind in ihren NHL-Teams jeweils "nur" die Nummer zwei - doch Thomas Greiss und Philipp Grubauer als "Ersatzmänner" zu bezeichnen, wäre eine Untertreibung. Die deutschen Eishockey-Torhüter von den New York Islanders und den Washington Capitals haben in dieser Saison in der nordamerikanischen Profiliga mehrmals gezeigt, wie wertvoll sie sein können.

In den zwei Spielen an diesem Wochenende könnte vor allem Greiss wieder im Mittelpunkt stehen. Trainer Jack Capuano weiß, dass er sich auf den Deutschen verlassen kann: "Ich danke Gott für ihn. Er war riesig für uns", lobte der Islanders-Coach seinen Goalie, nachdem dieser am 31. Dezember beim 2:1 gegen die Buffalo Sabres 42 Schüsse abwehrte. "Philipp Grubauer zeigt, dass er mehr als ein Capitals-Ersatztorwart ist", urteilte kürzlich die "Washington Times".

Greiss ist in seiner siebten NHL-Saison so nah wie noch nie dran an der Nummer eins. Diese Position füllt bei den Islanders Jaroslav Halak aus. Der Slowake hat 24 Spiele absolviert, elf gewonnen und eine Fangquote von 92,4 Prozent. Greiss kam in seinen bislang 21 Spielen gar auf 13 Siege und parierte 92,7 Prozent aller Schüsse. "Je älter man wird, desto besser wird man. Mit dem Alter kommt die Reife, die Routine. Man liest das Spiel besser, ist ruhiger, spielt einfacher", sagt der 29-Jährige. Bei seinen vorherigen Stationen San Jose, Phoenix und Pittsburgh war er die klare Nummer zwei. In New York hat Greiss nun bereits nach etwas mehr als der Hälfte der Saison mehr Spiele gewonnen als je zuvor.

Und die Anzahl der meisten Partien/Spielzeit (25) aus der Saison 2013/14 dürfte er auch bald überbieten. "Für all die Spiele, die ich machen musste, bin ich unterbezahlt", meinte Greiss angesichts seines Jahresgehalts von "nur" einer Million Dollar lachend. Bei ihm läuft es nicht nur sportlich - die Islanders sind als Fünfter im Osten auf Playoff-Kurs - sondern auch privat. Mit Brittney Palmer, der Miss South Dakota 2014, ist der Schlussmann verlobt, vor einem halben Jahr bekam das Paar eine Tochter.

Während Greiss seinen NHL-Platz sicher hat, freut sich Grubauer zunächst einmal, in der Eishockey-Eliteliga angekommen zu sein. Zwar hatte er in den vergangenen drei Spielzeiten 21 Partien für die Capitals absolviert, musste jedoch immer wieder ins Farmteam zurück. Jetzt gilt der 24-Jährige als Nummer zwei hinter Braden Holtby - sicher fühlt er sich dennoch nicht. "In dem Business geht es nur ums Gewinnen. Es ist wohl leichter, in die Liga zu kommen, und schwerer, in der Liga zu bleiben".

In elf der 46 Partien stand Grubauer im Tor und hat dabei "einen richtig guten Job gemacht", wie Trainer Barry Trotz hervorhob. Ob der Nationaltorhüter am Sonntag gegen Pittsburgh mal wieder ran darf, ist aber unsicher. Natürlich würde Grubauer gerne öfter spielen, aber er hat in Holtby den derzeit wohl besten NHL-Torwart vor sich. Washington ist das Topteam der Liga, der Stanley Cup-Gewinn das große Ziel. Grubauer will seinen Teil dazu beitragen. "Ich wusste, dass ich nicht viel spielen werde. Aber wenn ich die Chance habe, dann muss ich sie ergreifen."

Quelle: RP
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